NRW bremst beim Ausbau der Kleinstwasserkraft – trotz Potenzial und Klimazielen

Lina Koch
Lina Koch
2 Min.
Eine Liniengrafik, die die hydroelektrisch erzeugte Energie von 2022 bis 2022 zeigt, mit begleitendem Text.Lina Koch

Verband kritisiert Stillstand bei Wasserkraftausbau in NRW - NRW bremst beim Ausbau der Kleinstwasserkraft – trotz Potenzial und Klimazielen

Kleinstwasserkraft in Deutschland wächst – doch Nordrhein-Westfalen bleibt zurück

In den vergangenen fünf Jahren hat Deutschland einen stetigen Anstieg der Kleinstwasserkraft verzeichnet: Rund 250 neue Mini-Kraftwerke entstanden bundesweit. Die meisten Projekte konzentrieren sich auf Bayern und Baden-Württemberg. In Nordrhein-Westfalen (NRW) hingegen ist der Sektor trotz verfügbarer Flussstandorte und steigendem Energiebedarf zum Erliegen gekommen.

Zwischen 2021 und 2025 gingen in Deutschland etwa 250 Kleinstwasserkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils unter einem Megawatt ans Netz. Daten der Bundesnetzagentur zeigen ein kräftiges Wachstum in den süddeutschen Bundesländern, während NRW deutlich zurückblieb. Ende 2025 betrieb die Region noch 517 Wasserkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 191 Megawatt.

Im Jahr 2025 wurde in NRW keine einzige konventionelle neue Wasserkraftanlage fertiggestellt – mit Ausnahme eines kleinen Wasserrads in Düren, dessen Leistung vernachlässigbar ist. Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) bestätigte diese Stagnation und verwies darauf, dass der Sektor seit zwei Jahren keine Fortschritte mehr verzeichnet. Potenzielle Standorte an Lippe, Rur und Werre bleiben ungenutzt.

Betreiber in NRW sehen sich mit erheblichen Hindernissen konfrontiert, darunter lange Genehmigungsverfahren sowie Widerstand von Umweltschutzverbänden und Behörden. Verschärft wird die Lage durch einen Entwurf der Landeswasserstrategie, der einen beschleunigten Rückbau von Querbauwerken wie Wehren vorsieht – Infrastruktur, auf die viele Wasserkraftanlagen angewiesen sind. LEE-NRW-Vorsitzender Hans-Josef Vogel kritisierte die Blockade als "Widerspruch zu den Klimazielen des Landes" und warnte vor einer Schwächung der Energieversorgungssicherheit.

Trotz geeigneter Flussläufe und klarer energiepolitischer Vorgaben steckt NRWs Wasserkraftsektor fest. Der Ausbleiben neuer Projekte im Jahr 2025 steht im scharfen Kontrast zum bundesweiten Wachstum der Kleinstwasserkraft. Ohne Reformen bei den Genehmigungsverfahren oder stärkere politische Unterstützung dürfte sich die Kapazität in der Region kurzfristig nicht erhöhen.