Industrieverband plant staatlichen Wasserstoff-Midstreamer für schnellen Markthochlauf
Industrieverband plant staatlichen Wasserstoff-Midstreamer für schnellen Markthochlauf
Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat einen neuen Plan vorgelegt, um den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft zu beschleunigen. Kern der Initiative ist die Schaffung eines staatlich gestützten "Wasserstoff-Midstreamers", der Produzenten mit industriellen Abnehmern verbinden soll. Ohne gezielte Maßnahmen blockieren hohe Kosten und regulatorische Hürden weiterhin den Fortschritt in diesem Sektor.
Die aktuellen Preise für grünen Wasserstoff aus erneuerbarer Elektrolyse liegen deutlich über denen von Erdgas. Steigende Stromkosten, hohe Investitionen in Infrastruktur und strenge Vorschriften treiben die Ausgaben weiter in die Höhe – was eine großflächige Einführung erschwert.
Laut dem VIK-Konzept würde der Midstreamer als neutrale Schnittstelle agieren und alle Formen von klimaneutralem Wasserstoff abwickeln – nicht nur erneuerbare Kraftstoffe nichtbiologischen Ursprungs (RFNBO). Dieses Modell soll in der frühen Phase Investitionsrisiken verringern und einen reibungsloseren Übergang ermöglichen.
Damit das System funktioniert, schlägt der Verband ein langfristiges Förderinstrument von mindestens zehn, idealerweise fünfzehn Jahren vor. Dies würde Unternehmen die notwendige Planungssicherheit geben, um in Produktion, Infrastruktur und industrielle Modernisierungen zu investieren. Die Subventionierung von einer Million Tonnen Wasserstoff pro Jahr würde jedoch mehrere Milliarden Euro an staatlicher Unterstützung erfordern.
Der Vorschlag umfasst zudem ein Contract-for-Difference-Modell (CfD) auf der Nachfrageseite. Dieses soll die Lücke zwischen hohen Produktionskosten und der Zahlungsbereitschaft der Käufer schließen. Der VIK lehnt jedoch verbindliche Quoten – etwa wie im Verkehrssektor – ab und warnt, dass Zwangsmaßnahmen die Industriekosten in die Höhe treiben und die globale Wettbewerbsfähigkeit schwächen könnten.
Ziel ist ein voll funktionsfähiger, wettbewerbsorientierter Wasserstoffmarkt. Bis dahin soll der Midstreamer als vorübergehende Lösung den Markthochlauf beschleunigen und Lieferketten stabilisieren.
Ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung steht noch nicht fest, und auch der Name der geplanten Organisation wurde noch nicht bekannt gegeben.
Mit seinem Plan zielt der VIK auf die zentralen Hindernisse ab, die einer industriellen Wasserstoffnutzung im Weg stehen. Durch die Kombination aus staatlicher Vermittlungsstelle, langfristiger Finanzierung und flexiblen Preismodellen hofft der Verband, Risiken zu senken und Investitionen anzuziehen.
Bei Erfolg könnte das Konzept gestoppte Projekte wiederbeleben und den Weg für eine eigenständige Wasserstoffwirtschaft ebnen. Die Herausforderung bleibt, Kostenkontrolle mit dem dringenden Bedarf nach schnellem Ausbau in Einklang zu bringen.
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