Wasserstoffausbau in Deutschland: Warum die 10-Gigawatt-Pläne bis 2030 scheitern könnten

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein gelbes wasserstoffbetriebenes Elektroauto steht vor einem Gebäude, umgeben von Absperrpollern mit Seilen, Bannern und Schildern, mit einer Person im Auto und einer Gruppe von Menschen in der Nähe, einer Säule, einem Topf mit Pflanze, Deckenleuchten und einer Decke mit Deckenventilatoren.Johanna Krüger

Wasserstoffausbau in Deutschland: Warum die 10-Gigawatt-Pläne bis 2030 scheitern könnten

Deutschland treibt den Ausbau seiner Wasserstoffproduktion voran, doch viele geplante Projekte scheitern an finanziellen Hürden. Bis 2030 strebt das Land eine Elektrolyseur-Kapazität von 10 Gigawatt an – so sieht es die überarbeitete Nationale Wasserstoffstrategie vor. Doch hohe Kosten und eine schwache Nachfrage bremsen die Fortschritte aus. Mehr als 20 Vorhaben, die für 2026 vorgesehen sind, verfügen weder über gesicherte Finanzierungen noch über konkrete Baubeginntermine.

Aktuell beträgt die installierte Elektrolyseur-Kapazität in Deutschland lediglich 181 Megawatt. Weitere 1,3 Gigawatt an Projekten sind entweder bereits finanziert oder befinden sich im Bau. Falls alle angekündigten Pläne umgesetzt werden, könnte die Gesamtkapazität bis 2030 auf 8,7 Gigawatt steigen – und damit knapp unter dem 10-Gigawatt-Ziel bleiben.

Bis Ende 2027 könnten bis zu 1,5 Gigawatt in Betrieb gehen. Doch Projektentwickler zögern mit endgültigen Investitionsentscheidungen, da die Ausgaben hoch sind und die Bereitschaft der Verbraucher, höhere Preise zu zahlen, gering bleibt. Die Branche steht zudem vor einem klassischen „Henne-Ei-Problem“: Angebot, Nachfrage und Infrastruktur müssen gleichzeitig wachsen, was zu Koordinierungsverzögerungen führt. Ohne garantierte Fördermittel oder feste Starttermine stecken viele Großprojekte weiterhin in der Planungsphase fest. Berichten zufolge fehlen bei mindestens 14 unfinanzierten Vorhaben – jedes mit über 1 Gigawatt Kapazität – klare Finanzierungszusagen oder Bauzeitpläne.

Der Erfolg von Deutschlands Wasserstoffausbau hängt davon ab, ob die finanziellen und logistischen Hindernisse überwunden werden können. Selbst wenn alle aktuellen Projekte realisiert werden, wird das Land sein Ziel für 2030 verfehlen. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um zu klären, ob die geplante Kapazität rechtzeitig und im notwendigen Umfang aufgebaut werden kann.