Vom TV-Moment zum globalen Meme: Wie Richi Schömbächler unfreiwillig zum Internetphänomen wurde
Johanna KrügerVom TV-Moment zum globalen Meme: Wie Richi Schömbächler unfreiwillig zum Internetphänomen wurde
Ein virales Meme mit dem Schweizer Jungen Richi Schömbächler hat eine rechtliche und kulturelle Debatte über Privatsphäre und kommerzielle Nutzung entfacht. Die Familie im Zentrum des Clips, die Schömbächlers, kritisiert die unautorisierte Verbreitung ihres Bildes in Werbung, Merchandise-Artikeln und sogar in der Musik. Nun hat eine Schweizer Band Änderungen an einem Lied angekündigt, das eine Stimme aus dem ursprünglichen Video enthielt.
Der Ursprung des Memes liegt in einer Folge der SRF-Serie "Auf und davon" aus dem Jahr 2010. Darin ist zu sehen, wie der junge Richi Schömbächler von einem Bagger fällt, gefolgt vom lauten Ausruf seines Vaters Hermann. Der Clip blieb zunächst weitgehend unbekannt, bis er 2024 weltweit viral ging.
Bis Ende 2024 nutzten Marken wie Aldi und Lidl in Deutschland das Meme für Weihnachtswerbung. Innerhalb eines Jahres tauchte es in Fortnite-Skins, Kampagnen von McDonald's Japan, US-Streetwear-Kollektionen und Samsung-Handy-Parodien auf. Bis Anfang 2026 zierten über 500 Produkte – von Socken bis zu Kinderbüchern – das Meme.
Die Familie Schömbächler, die bisher Medienaufmerksamkeit mied, sprach sich gegen die kommerzielle Verwendung aus. Sie argumentiert, dass ihr Bild und ihre Stimmen ohne Zustimmung ausgenutzt würden. Zwar hält der SRF teilweise die Rechte am Material, die Persönlichkeitsrechte liegen jedoch bei der Familie.
2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng einen Song namens "Richi", in dem Hermanns Ruf aus dem Clip zu hören war. Nach der Kritik der Familie kündigte die Band an, den Track ohne seine Stimme neu aufzunehmen. Unterdessen stoppte der Schweizer Eishockeyverband die Nutzung des Liedes als Torhymne. Der Merchandise-Hersteller Swissmeme verkauft jedoch weiterhin "Richi"-Artikel und erklärt, man stehe in Verhandlungen mit dem SRF.
Der Streit zeigt die Spannung zwischen viraler Kultur und Persönlichkeitsrechten. Die Entscheidung von Stubete Gäng, ihr Lied zu ändern, spiegelt ein wachsendes Bewusstsein für diese Probleme wider. Doch solange Merchandise-Produkte im Umlauf sind und globale Marken vom Meme profitieren, bleibt die Angelegenheit für die Familie Schömbächler ungelöst.






