Tim Mälzer provoziert als "Artist in Residence" an der Uni St. Gallen
Luisa KleinTim Mälzer provoziert als "Artist in Residence" an der Uni St. Gallen
Sternkoch Tim Mälzer hat seine Tätigkeit als "Artist in Residence" am Square-Lernzentrum der Universität St. Gallen aufgenommen. Am ersten Tag beschrieb er, wie überraschend wohl er sich in der akademischen Umgebung fühlt – obwohl er die Idee zunächst als "unsinnig" abgetan hatte, um sie später dann als "genial" zu bezeichnen.
Sein erster Workshop an der Hochschule trägt den Titel "Können vegane Apéritif-Kreationen Michelin-Stern-Niveau erreichen?" Mälzer ist überzeugt, dass solche Gerichte durchaus hohe kulinarische Maßstäbe erfüllen können – allerdings nicht innerhalb einer bloßen zweistündigen Session. Seine Arbeit in der Gastronomie erfordere ständige Präsenz und Multitasking-Fähigkeiten, die er nun auch in den Hörsaal einbringt.
Zudem plant der Koch eine lebhafte Debatte über Unternehmertum mit Professor Oliver Gassmann. Mälzer erwartet heftige Meinungsverschiedenheiten und hofft, dass ihm jemand direkt widerspricht. Streitgespräche gehöre für ihn zu den "besten Dingen der Welt" – eine Haltung, mit der er die heutige, aus seiner Sicht zu schwache Debatten- und Kritikultur anprangert.
Über kulinarische und wirtschaftliche Diskussionen hinaus möchte Mälzer den Studierenden ihr Privileg bewusst machen. Der Besuch einer Eliteuni wie St. Gallen dürfe nicht mit einem Anspruchsdenken einhergehen, betont er.
Mälzers Residenz verbindet Gastronomie, Debattenkultur und studentischen Austausch. Seine Workshops und Diskussionsrunden sollen zum Nachdenken anregen und eingefahrene Denkmuster herausfordern. Die Präsenz des Kochs in St. Gallen steht für eine ungewöhnliche, aber dynamische Verbindung von Kochkunst und Wissenschaft.






