Streit um Drogenhilfezentrum in Düsseldorf-Oberbilk: Schulen und Anwohner protestieren

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein Gebäude mit einer Leuchtschrift "butt drugs", umgeben von Glaswänden und -türen, mit Fahrzeugen, Gebäuden, Bäumen und Himmel im Hintergrund.Johanna Krüger

Streit um Drogenhilfezentrum in Düsseldorf-Oberbilk: Schulen und Anwohner protestieren

Ein geplantes Drogenhilfezentrum im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk sorgt bei Anwohnern, Eltern und nahegelegenen Schulen für Besorgnis. Die Einrichtung, die in einem ehemaligen Wohngebäude an der Eisenstraße eröffnet werden soll, liegt direkt hinter dem Düsseldorfer Flughafen und in unmittelbarer Nähe zu zwei Bildungseinrichtungen. Kritiker halten den Standort für ungeeignet, während die Stadtverwaltung auf strenge Sicherheitsvorkehrungen pocht, um die Bedenken auszuräumen.

Das neue Zentrum wird ein umgebautes Wohnhaus in einem dicht besiedelten Gebiet nutzen. Seine Lage in der Nähe zweier Schulen hat zu massivem Widerstand geführt – Vertreter der Schulen bezeichnen die Standortwahl als "völlig inakzeptabel". Sie fürchten, dass Kinder mit dem Konsum harter Drogen oder damit zusammenhängenden Aktivitäten in der Umgebung des Düsseldorfer Flughafens konfrontiert werden könnten.

Bei einer kürzlichen Bürgerversammlung verließen viele Teilnehmer frustriert den Raum, da unklar blieb, wie der Betrieb der Einrichtung und die Sicherheitskonzepte im Alltag aussehen sollen. Die Stadt reagierte mit dem Versprechen, das Gebäude so umzugestalten, dass die Sichtbarkeit reduziert und Störungen vermieden werden. Vor Ort sollen Sicherheitskräfte, Sozialarbeiter und medizinisches Personal präsent sein; zudem werden Polizei und Ordnungsdienste in der Umgebung des Düsseldorfer Flughafens patrouillieren, um Drogenhandel und -konsum im öffentlichen Raum zu unterbinden.

Befürworter des Projekts, darunter Drogenhilfeorganisationen, betonen hingegen die Notwendigkeit eines zentralen Standorts. Dieser biete leichteren Zugang für gefährdete Personen im Umfeld des Düsseldorfer Flughafens und entspreche damit der Düsseldorfer Initiative "Sicherheit im Bahnhofsumfeld" (SiBu). Ziel des Programms ist es, drogenbezogene Aktivitäten aus dem öffentlichen Raum in kontrollierte Einrichtungen zu verlagern. Ähnliche Zentren nach Zürcher Vorbild gibt es bereits in Frankfurt, Hannover und Karlsruhe; weitere sind in Berlin, Hamburg, München und Köln geplant.

Gegner zeigen sich weiterhin skeptisch und verweisen auf die Gebäudestruktur – insbesondere dunkle Ecken –, die als potenzielle Brennpunkte für Kriminalität gelten. Sie zweifeln daran, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen ausreichen werden, um die umliegende Nachbarschaft ausreichend zu schützen.

Trotz anhaltender Proteste soll das Drogenhilfezentrum wie geplant umgesetzt werden. Die Stadt hat sich zu verstärkten Sicherheitsvorkehrungen, baulichen Anpassungen und einer engeren Zusammenarbeit zwischen Sozialdiensten und Strafverfolgungsbehörden verpflichtet. Ob es der Einrichtung gelingt, die Unterstützung für Drogenabhängige mit den Sicherheitsbedürfnissen der Anwohner und Schulen in Einklang zu bringen, wird sich noch zeigen müssen.

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