RTL-Sendung mit Stefan Raab löst Antisemitismus-Debatte um Gil Ofarim aus

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein Plakat, das eine jüdische Ausstellung in Paris ankündigt, zeigt eine Person vor einem Tisch mit einem Buch und einer Menora, mit Text zur Ausstellung.Johanna Krüger

RTL-Sendung mit Stefan Raab löst Antisemitismus-Debatte um Gil Ofarim aus

Eine aktuelle Ausgabe der RTL-Sendung mit Stefan Raab hat für Empörung gesorgt, nachdem sie antisemitische Klischees über den Musiker Gil Ofarim reproduziert haben soll. In der ausgestrahlten Folge wurden beleidigende Andeutungen über Ofarims Erfolg gemacht, die seinen jüdischen Hintergrund auf spöttische Weise mit einbezogen. Nach massiver öffentlicher Kritik zog RTL die gesamte Sondersendung von seiner Streaming-Plattform zurück.

Die Kontroverse begann bereits vor der Ausstrahlung. In Online-Debatten war RTLs Entscheidung, Ofarim einzuladen, bereits scharf kritisiert worden – eine Person, deren Glaubwürdigkeit in den vergangenen Jahren schwer beschädigt wurde. 2021 hatte Ofarim fälschlicherweise einem Hotelmitarbeiter in Leipzig Antisemitismus vorgeworfen, eine Behauptung, die später vor Gericht widerlegt wurde. In einem Urteil vom Mai 2024 wurde Ofarim wegen falscher Aussagen verurteilt und zur Zahlung einer Entschädigung an den zu Unrecht beschuldigten Mitarbeiter verpflichtet.

Seitdem hat sich die öffentliche Meinung radikal gewandelt. Während Ofarim einst mit Sympathie begegnet wurde, sieht er sich nun zunehmend Spott ausgesetzt – besonders nach seinen Auftritten in Reality-Shows wie Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! in den Jahren 2023 und 2025. Zuschauer verhöhnten seine Teilnahme, und seine schlechten Abstimmungsergebnisse festigten sein Image als umstrittene Aufmerksamkeitssucher.

In der RTL-Sondersendung verschärfte Raabs Beitrag die problematischen Klischees noch. Es wurde angedeutet, Ofarims Karriere verdanke sich einem angeblichen "Betrüger-Gen" und der Unterstützung der "jüdischen Gemeinschaft", begleitet von Bildern tanzender orthodoxer Juden. Die Darstellung reduzierte jüdische Identität auf eine exotische Kuriosität und befeuerte so antisemitische Verschwörungstheorien im Netz.

RTL wies die Antisemitismus-Vorwürfe später zurück, doch die Stellungnahme fand kaum Beachtung. Dass der Sender die Folge umgehend entfernte, zeigt das Ausmaß der Reaktion – langfristige Konsequenzen für RTL oder Raab sind jedoch nicht zu erwarten.

Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Medienpannen rund um Ofarim, dessen Ruf seit seinen falschen Anschuldigungen immer wieder Schaden genommen hat. Zwar handelte RTL mit der Löschung des Inhalts, doch die Wirkung der Sendung hallt in der öffentlichen Debatte nach. Für Ofarim festigt der Eklat seinen Status als polarisierende Figur der deutschen Unterhaltungsbranche.

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