NRW will Europas erste klimaneutrale Industrieregion mit grünem Wasserstoff werden

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein altes Deutschland-Karte mit sichtbaren Provinzen von Schleswig-Holstein und dem Rhein, auf Papier gedruckt mit detailliertem Text über die Region.Johanna Krüger

NRW will Europas erste klimaneutrale Industrieregion mit grünem Wasserstoff werden

Nordrhein-Westfalen (NRW) strebt danach, die erste klimaneutrale Industrieregion Europas zu werden – mit Wasserstoff als zentralem Baustein. Dank seiner starken Infrastruktur, der verkehrsgünstigen Lage und politischer Rückendeckung positioniert sich das Bundesland als Schlüsselakteur in Europas aufstrebender Wasserstoffwirtschaft. Unternehmen, Kommunen und Industriebetriebe erhalten nun über die H2.NRW-Wasserstoffkoordinierungsstelle gezielte Unterstützung, um diese Transformation zu meistern.

Wasserstoff gilt als unverzichtbar für die Dekarbonisierung schwerindustrieller Branchen wie Stahl, Zement, Ziegel und Glas. Gleichzeitig ist er ein wichtiger Rohstoff für die chemische Industrie. Doch die größte Hürde bleibt die Kostendifferenz zwischen grünem Wasserstoff und fossilen Brennstoffen. Instrumente wie Kohlenstoffdifferenzverträge und strategische öffentliche Beschaffung sollen diese Lücke schließen und die Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Mehrere Leuchtturmprojekte sind bereits in der Umsetzung. Die Initiative "Trailblazer“ in Oberhausen und REFYNE in Wesseling zählen zu den ersten Vorhaben in Deutschland, die grünen Wasserstoff für lokale Industrie und Verkehr bereitstellen. Die Ziegelei Janinhoff in Münster hat bereits auf grünen Wasserstoff umgestellt – ein Beweis, dass selbst traditionelle Branchen nachhaltig modernisiert werden können. Auch der Infrastrukturausbau gewinnt an Fahrt: Die landesgeförderte Plattform HyConnect, geleitet vom PEM-Institut und Partnern wie H2 Mobility, ermöglicht es Unternehmen, innerhalb von 2,5 Jahren digital Wasserstofftankstellen zu reservieren. Damit sollen Engpässe bei Brennstoffzellen-Lkw behoben und die EU-Expansionsziele bis 2030 unterstützt werden. Für Versorgungssicherheit sorgen Bedarfsanalysen, Netzplanung und dezentrale Lösungen, die die Resilienz der Branche stärken. Gezielte Fördermaßnahmen, darunter Kohlenstoffdifferenzverträge, machen Wasserstoff wirtschaftlich attraktiv – mit dem Ziel, Leitmärkte zu schaffen und langfristige Investitionen in die Technologie anzustoßen.

NRWs Strategie verbindet industrielle Innovation, Infrastrukturausbau und finanzielle Anreize, um eine wasserstoffbasierte Zukunft aufzubauen. Der Fokus auf praxisnahe Projekte und Kostensenkungsinstrumente soll grünen Wasserstoff zu einer realistischen Alternative für Unternehmen machen. Gelingt dieser Ansatz, könnte er zum Vorbild für andere Industrieregionen in Europa werden.

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