Krankenhausgewalt: Können Bodycams die Sicherheit von Gesundheitspersonal verbessern?

Luisa Klein
Luisa Klein
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Eine Kamera mit einem Tag auf der rechten Seite, die ein Bild auf ihrem Bildschirm anzeigt von Stühlen, einer Bank, Menschen, einem Auto, einem Gebäude und einer Projektionsfläche.Luisa Klein

Krankenhausgewalt: Können Bodycams die Sicherheit von Gesundheitspersonal verbessern?

Gewalt in Krankenhäusern: Können Bodycams das Pflegepersonal schützen?

Angriffe auf Krankenhausmitarbeiter nehmen zu. NRW-Kliniken testen Bodycams als Schutzmaßnahme. Was sie bringen – und wo die Grenzen liegen.

Violentät gegen Krankenhauspersonal in Nordrhein-Westfalen hat in den vergangenen sieben Jahren dramatisch zugenommen. Zwischen 2017 und 2024 stiegen die Übergriffe um 34 Prozent, wobei allein 2024 insgesamt 1.705 Vorfälle registriert wurden. Als Reaktion darauf wird das Klinikum Dortmund ab 2026 Bodycams für Mitarbeiter einführen, um die Sicherheit zu erhöhen und Aggressionen vorzubeugen.

Die Zunahme der Gewalt ist zu einem drängenden Problem für Krankenhäuser in der gesamten Region geworden. 2022 und 2023 stiegen die Vorfälle um 22 bzw. 9 Prozent. Viele Kliniken machen Faktoren wie Alkoholisierung von Patienten, lange Wartezeiten und einen generellen Respektverlust gegenüber medizinischem Personal für die Entwicklung verantwortlich. Ein besonders schwerer Angriff im September 2024 im Essener Elisabeth-Krankenhaus, bei dem sechs Mitarbeiter verletzt wurden, unterstreicht die Dringlichkeit der Lage.

Das Pilotprojekt des Dortmunder Krankenhauses startet Mitte Januar 2026 und konzentriert sich auf die Notaufnahmen der Standorte Mitte und Nord sowie die Kinderklinik. Die Bodycams werden nur in kritischen Situationen aktiviert, wobei das Personal die Betroffenen vor der Aufnahme informieren muss. Die Klinikleitung erhofft sich von den Kameras sowohl eine abschreckende als auch eine deeskalierende Wirkung. Doch das Vorhaben stößt auf Herausforderungen: Datenschutzbedenken und strenge Patientendatenschutzgesetze erschweren den Einsatz von Bodycams in medizinischen Einrichtungen. Kritiker zweifeln zudem an der Wirksamkeit und argumentieren, dass Aufnahmen die Spannungen eher verschärfen als abzubauen könnten. Selbst in der Polizei ist der Einfluss von Bodycams auf Gewalt ein umstrittenes Thema.

Neben technischen Lösungen setzen die Krankenhäuser auf weitere Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören die Einstellung von zusätzlichem Sicherheitspersonal und der Ausbau von Schulungsprogrammen, um Mitarbeiter besser auf aggressive Situationen vorzubereiten.

Die Testphase im Klinikum Dortmund soll zeigen, ob Bodycams die Gewalt gegen medizinisches Personal verringern können. Bei Erfolg könnte die Initiative auf andere Kliniken in der Region ausgeweitet werden. Derzeit liegt der Fokus darauf, Sicherheit und Privatsphäre in Einklang zu bringen – und gleichzeitig die Ursachen für die wachsende Aggression in medizinischen Einrichtungen zu bekämpfen.

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