Junger Apotheker rettet Barbara-Apotheke in Hamm vor der Schließung
Junger Apotheker rettet Barbara-Apotheke in Hamm vor der Schließung
Aykut Akkaya, ein 31-jähriger Apotheker, hat die Barbara-Apotheke in Hamm übernommen – nachdem der vorherige Inhaber Insolvenz anmelden musste. Der Schritt erfolgt zu einer schwierigen Zeit für die deutsche Apothekenbranche, die seit 2020 mehr als 2.000 Schließungen verzeichnen musste, bedingt durch steigende Kosten und finanzielle Belastungen.
Akkaya erkannte das Potenzial der Barbara-Apotheke, die als einzige Apotheke den Hammeler Stadtteil Pelkum versorgt. Um die Bank von der Übernahme zu überzeugen, legte er detaillierte Finanzprognosen vor. Dies ist bereits sein zweiter Zuschlag in kurzer Zeit: Erst vor einem Jahr hatte er die Zeppelin-Apotheke in Ahlen übernommen, wo er mittlerweile ein 13-köpfiges Team führt.
Die Krise der Branche ist offenkundig: Zwischen 2020 und 2025 sank die Zahl der Apotheken in Deutschland von 18.753 auf 16.601. Allein im vergangenen Jahr schlossen rund 500 Standorte, während nur 60 neu eröffneten. Steigende Kosten – plus 65 Prozent – und unveränderte Festzuschläge haben die Gewinnmargen zusammengedrückt und viele Betreiber in die Schließung getrieben.
Akkaya leitet nun zwei Teams mit jeweils 13 Mitarbeitenden, eines in jeder Apotheke. Seine Pläne umfassen den Ausbau digitaler Services, um mehr Online-Bestellungen abwickeln zu können, sowie eine stärkere Präsenz in sozialen Medien, um jüngere Kundschaft anzusprechen. Beide Standorte sollen für alle Generationen attraktiv bleiben, mit Angeboten, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Trotz des schwierigen Marktumfelds ist er überzeugt, beide Apotheken erfolgreich führen zu können.
Die Barbara-Apotheke bleibt die einzige Anlaufstelle für medizinische Versorgung im Stadtteil und sichert so die Gesundheitsversorgung der Anwohner. Akkayas Strategie setzt auf Modernisierung und Inklusion – ein Ansatz, der die Zukunft der Apotheken in einer schrumpfenden Branche sichern soll.
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