Fachärztemangel in NRW: Bis zu acht Wochen Wartezeit auf einen Termin

Julian Lang
Julian Lang
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Ein Kreisdiagramm mit "patientenorientierter Versorgung" in der Mitte, unterteilt in vier farbige Abschnitte, jeweils mit einer Beschreibung der Versorgung.Julian Lang

Fachärztemangel in NRW: Bis zu acht Wochen Wartezeit auf einen Termin

Patienten in Nordrhein-Westfalen müssen länger auf Facharzttermine warten – in einigen Regionen ziehen sich die Wartezeiten bis zu acht Wochen hin. Wie aus einem aktuellen Bericht hervorgeht, hat sich die durchschnittliche Wartezeit auf einen Termin beim Spezialisten auf 42 Tage erhöht, 2019 waren es noch 33 Tage. Die Belastung des Systems wird immer deutlicher, da die Nachfrage steigt, die Ressourcen jedoch weiterhin knapp bleiben.

In Düsseldorf behandelt ein Orthopäde alle drei Kalenderwochen über 4.000 Patienten – oft bei 12-Stunden-Tagen von 8 Uhr morgens bis 20 Uhr abends. Trotz der hohen Arbeitsbelastung erhalten die meisten Patienten mit gesetzlicher Krankenversicherung dennoch innerhalb von drei Tagen einen Termin. Rund jeder Siebte wird laut dem Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sogar noch am selben Tag behandelt.

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein führt die Verzögerungen vor allem auf den Fachärztemangel, begrenzte Kapazitäten und die steigende Patientenzahl zurück. Die Behandlungsfälle in der Region sind von etwa 67 Millionen im Jahr 2014 auf über 72 Millionen pro Jahr angestiegen. Zwar hat die Zahl der Facharztpraxen zugenommen – von rund 23.000 im Jahr 2014 auf voraussichtlich etwa 25.000 bis 2025 –, doch besonders in ländlichen Gebieten, etwa im östlichen Ruhrgebiet und Teilen des Münsterlands, müssen Patienten weiterhin vier bis acht Wochen auf einen Termin warten.

Gesetzlich Versicherte in Düsseldorf berichten von Wartezeiten von mehreren Wochen, die oft länger ausfallen als bei Privatpatienten. Ein Orthopäde betonte jedoch, dass Privatpatienten zwar feste Sprechstunden haben, der Unterschied bei den Wartezeiten aber nicht extrem sei. Um die Situation zu entlasten, schlägt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein eine bessere Triage der Patienten, den Ausbau der Telemedizin sowie die Einstellung weiteren Personals vor.

Die wachsende Nachfrage nach fachärztlicher Versorgung in Nordrhein-Westfalen führt zu längeren Wartezeiten – besonders in unterversorgten ländlichen Regionen. Angesichts steigender Behandlungszahlen und knapper Ressourcen sucht das System nach Wegen, die Effizienz zu steigern. Maßnahmen wie Telemedizin und zusätzliche Mitarbeiter könnten in den kommenden Jahren helfen, die Wartezeiten zu verkürzen.