"Hier arbeitet ein Mensch!" – Wie Zugbegleiter der Deutschen Bahn täglich um Sicherheit kämpfen

Lina Koch
Lina Koch
2 Min.
Eine Schwarz-Weiß-Szene eines Zugunglücks mit Menschen in Helmen drumherum, Strommasten, Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund.Lina Koch

"Hier arbeitet ein Mensch!" – Wie Zugbegleiter der Deutschen Bahn täglich um Sicherheit kämpfen

"Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" – Kampagne macht auf Alltagsrisiken von Zugbegleitern in Deutschland aufmerksam

Eine neue Initiative rückt die täglichen Gefahren ins Licht, denen Zugbegleiter in ganz Deutschland ausgesetzt sind. Unter dem Motto "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" soll die Kampagne Fahrgäste für die Beleidigungen und Bedrohungen sensibilisieren, denen Mitarbeiter regelmäßig ausgesetzt sind. Die Lokführerin Mandy Brune aus Saerbeck berichtet von ihren eigenen Erfahrungen – und fordert bessere Schutzmaßnahmen.

Mandy Brune arbeitet seit 1997 bei der Deutschen Bahn. In all den Jahren musste sie verbale Angriffe, gewalttätige Drohungen und gleichgültige Zuschauer erleben. Ihr Engagement für die Kampagne ist Teil ihres Appells an stärkere Sicherheitsvorkehrungen für das Personal.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Einzelschicksale. Allein 2023 registrierte die Bundespolizei 1.708 Angriffe auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn, wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht. Die Zahlen wurden in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag bestätigt.

Neithard von Böhlen, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Nordrhein-Westfalen, hat konkrete Forderungen für mehr Sicherheit vorgelegt. Dazu gehören unter anderem Doppelbesetzungen bei Schichten, Körperkameras für Mitarbeiter und eine spezielle Staatsanwaltschaft, die sich mit Übergriffen auf Zugbegleiter befasst.

Brune verzeichnet bereits erste Fortschritte: Immer mehr Fahrgäste greifen ein, wenn sie mit Aggressionen konfrontiert wird – ein Zeichen, dass die Aufklärungskampagne langsam wirkt.

Doch die Initiative kämpft weiter für langfristige Verbesserungen der Arbeitssicherheit. Angesichts steigender Angriffszahlen und wachsender öffentlicher Unterstützung bleibt die Forderung nach Maßnahmen wie Körperkameras und rechtlichem Schutz dringend. Die Mitarbeiter der Deutschen Bahn hoffen, dass diese Schritte die Risiken verringern und die Arbeitsbedingungen im gesamten Netz verbessern werden.