Dringlichkeitssitzung: NRW-Landtag sucht Lösungen für akuten Hausärztemangel in Westfalen-Lippe
Johanna KrügerLandtag: Nirgendwo weniger Hausärzte als in Westfalen-Lippe - Dringlichkeitssitzung: NRW-Landtag sucht Lösungen für akuten Hausärztemangel in Westfalen-Lippe
Landtag von Nordrhein-Westfalen berät heute in Dringlichkeitssitzung über akuten Hausärztemangel in Westfalen-Lippe
Heute um 10 Uhr kommt der Landtag von Nordrhein-Westfalen zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, um über den dramatischen Mangel an Hausärzten in Westfalen-Lippe zu debattieren. Die Region verzeichnet bundesweit die geringste Ärztedichte – mit nur noch 61 Hausärzten pro 100.000 Einwohner. Die Abgeordneten stehen unter Druck, die Krise zu entschärfen, da die medizinische Grundversorgung zunehmend bröckelt.
Die Zahl der Hausärzte in Westfalen-Lippe sinkt seit Jahren kontinuierlich. Zwischen 2021 und 2025 ging die Quote leicht von etwa 92 auf 89 Hausärzte pro 100.000 Einwohner zurück. Während Bundesländer wie Sachsen einen Anstieg um 5 Prozent verzeichneten, schrumpfte das Angebot in Ballungsräumen wie Berlin und anderen Teilen Nordrhein-Westfalens um bis zu 8 Prozent.
Besonders prekär ist die Lage angesichts der alternden Bevölkerung: Fast 20 Prozent der Einwohner sind älter als 65 Jahre – eine zusätzliche Belastung für das ohnehin überlastete Gesundheitssystem. Mit immer weniger Ärzten müssen ältere Patienten längere Wartezeiten in Kauf nehmen und haben schlechteren Zugang zu medizinischer Versorgung.
Die SPD fordert nun schnelles Handeln und eine verbindliche Roadmap für Verbesserungen. Parteivertreter warnen, dass Westfalen-Lippe ohne Gegenmaßnahmen weiterhin das Schlusslicht bei der hausärztlichen Versorgung in Deutschland bleiben werde.
Ziel der heutigen Debatte ist es, Lösungsansätze für den Hausärztemangel in der Region voranzutreiben. Angesichts des eklatanten Missverhältnisses zwischen Ärzten und Patienten sowie der überalterten Bevölkerung sind unverzügliche Maßnahmen gefragt. Die Abgeordneten müssen nun entscheiden, wie sie den weiteren Verfall der medizinischen Versorgungstopf abwenden können.






