19 March 2026, 10:29

Bayerische Ampeln zeigen jetzt Knödel, Hasen und Pumuckl statt Fußgänger

Gruppe von Menschen in traditioneller bayrischer Tracht, die Instrumente spielen und Taschen tragen, mit Bäumen und Gebäuden im Hintergrund und einem geparkten Fahrzeug.

Wenn's grün ist, hoppeln - Sonder-Motive an Ampeln auf dem Vormarsch - Bayerische Ampeln zeigen jetzt Knödel, Hasen und Pumuckl statt Fußgänger

In bayrischen Städten werden klassische Fußgängerampeln zunehmend durch regionale Kultursymbole ersetzt. Von einer Knödel werfenden Frau in Deggendorf bis zu einem hüpfenden Hasen in Nürnberg sind die skurrilen Motive längst kein ungewöhnlicher Anblick mehr. Der Trend stößt bei Anwohnern auf Begeisterung, während Landesbehörden Bedenken äußern.

Den Anfang machte München, wo mittlerweile drei Ampeln den Pumuckl zeigen – den frechen Kobold aus Kinderbüchern. Straubing brachte mit Bruder Straubinger, einer Figur aus der lokalen Sagenwelt, ein weiteres Symbol an, während Dachau auf traditionelle bayerische Tracht setzte. Deggendorfs Ampel zeigt eine Frau beim Knödelwerfen, eine Hommage an die regionale Küche.

Nürnberg ging noch einen Schritt weiter und installierte Albrecht Dürers Feldhase – ohne vorherige Abstimmung mit der Landesregierung. Die Stadt argumentiert, sie trage allein die Verantwortung für die Ampeln und mögliche Vorfälle. Augsburg hingegen holte für seinen Kasperl am Theater eine Sondergenehmigung ein und umging so mögliche Konflikte.

Der Wärschtlamo aus Hof – ein beliebter Würstchenverkäufer – wurde zunächst abgelehnt, erhielt aber nach einem zweiten Antrag doch noch grünes Licht. Auch Bayreuth, Coburg und andere Städte zogen nach und führten Figuren wie Richard Wagner oder eine gebratene Bratwurst ein. Die meisten Designs sind dauerhaft, nur Nürnbergs Hase bleibt vorerst bis 2028 ein Pilotprojekt.

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Das bayerische Innenministerium zeigt sich wiederholt skeptisch. Es plädiert für standardisierte Ampeln und verweist auf Sicherheitsrisiken sowie die Ablehnung kultureller oder politischer Aussagen im Straßenverkehr. Trotzdem weitet sich der Trend aus: Dachau plant nach positiver Resonanz der Bürger weitere Tracht-Figuren.

Mittlerweile setzen mindestens neun bayerische Städte auf individuelle Ampelmotive und verbinden so lokale Identität mit alltäglicher Infrastruktur. Zwar bevorzugt die Landesregierung Einheitlichkeit, doch die wachsende Zahl kultureller Symbole deutet darauf hin, dass der Trend bleibt. Die Unterstützung der Bürger und der Einsatz der Städte halten die ungewöhnlichen Designs vorerst auf Kurs.

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