DAAD beendet Arbeit in Russland – akademische Brücken brechen ab

Luisa Klein
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Ein Plakat mit der Aufschrift "Präsident Bidens Chips und Wissenschaftsgesetz bringt die Chipproduktion zurück nach Amerika" mit Bildern von Gebäuden, Autos und Bäumen.Luisa Klein

DAAD beendet Arbeit in Russland – akademische Brücken brechen ab

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) stellt seine Aktivitäten in Russland ein, nachdem er von den russischen Behörden als "unerwünschte Organisation" eingestuft wurde. Dieser Schritt ist Teil eines größeren Wandels im akademischen Austausch: Deutsche Studierende zeigen zunehmend weniger Interesse an den USA, während amerikanische Forscher vermehrt nach Europa blicken, um neue Chancen zu nutzen.

Die Veränderungen erfolgen vor dem Hintergrund von Kürzungen in der US-Klimaforschung und wachsenden politischen Spannungen, die internationale Forschungszusammenarbeiten belasten.

Die Entscheidung des russischen Justizministeriums zwingt den DAAD, sein Moskauer Büro sowie das Deutsche Haus für Forschung und Innovation zu schließen. Russischen Bürgern, die weiterhin mit der Organisation kooperieren, drohen nun strafrechtliche Verfolgung nach den strengen Gesetzen des Landes gegen ausländischen Einfluss.

Unterdessen verzeichnet der DAAD einen deutlichen Anstieg der Bewerbungen für seine Master-Stipendien in Deutschland – die Zahlen haben sich mehr als verdoppelt. Als weltweit größte Förderorganisation für akademischen Austausch bleibt der DAAD ein zentraler Anlaufpunkt für internationale Studierende und Wissenschaftler.

In den USA haben politische Verschiebungen seit der Amtszeit von Donald Trump zu drastischen Kürzungen in der Klimaforschungsfinanzierung geführt. Programme wurden gestrichen, Datenbanken abgebaut, und Drittmittel für Elite-Einrichtungen wie das Jet Propulsion Laboratory (JPL) gerieten unter Druck. Als Reaktion hat Kalifornien ein staatliches Investitionsprogramm in Höhe von 23 Milliarden Dollar vorgeschlagen, um die Rolle des JPL in der Raumfahrt- und Klimaforschung zu sichern.

Angesichts der wachsenden Unsicherheit in den USA wenden sich amerikanische Wissenschaftler zunehmend Europa zu. Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft melden eine Flut von Anfragen US-amerikanischer Forscher, die nach Möglichkeiten im Ausland suchen. Gleichzeitig lässt das Interesse deutscher Studierender an einem Aufenthalt in den USA nach – die Anfragen für Austauschprogramme sind um etwa zehn Prozent zurückgegangen.

Der Rückzug des DAAD aus Russland markiert einen schweren Einschlag für die akademische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. In den USA treiben Finanzierungsunsicherheiten und politischer Druck Forscher nach Europa, während deutsche Studierende vermehrt auf heimische oder alternative internationale Studienoptionen setzen. Die Entwicklungen unterstreichen die wachsenden Herausforderungen für globale akademische Mobilität und Forschungskooperationen.

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