13 March 2026, 14:16

ZDK-Reformen spalten die Kfz-Branche: Wer vertritt die Werkstätten wirklich?

Ein altes deutsches Aktienpapier mit blauer Umrandung, auf dem der Text 'Schweiz Wagons-Fabrik A.G.' steht

ZDK-Reformen spalten die Kfz-Branche: Wer vertritt die Werkstätten wirklich?

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) leitet weitreichende Veränderungen ein, nachdem die Spannungen mit dem Zentralverband Kraftfahrzeug-Handwerk (ZVK) einen Höhepunkt erreicht haben. Die im Januar eingeführten Reformen zielen auf mehr Transparenz und eine bessere Abbildung der Branchenrealität ab. Doch der Schritt hat eine bittere Spaltung ausgelöst, durch die einige Innungen Gefahr laufen, ihre organisatorischen Bindungen zu verlieren.

Der Streit begann mit Meinungsverschiedenheiten über Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen, auch wenn die rechtlichen Auseinandersetzungen dazu inzwischen abgeebbt sind. Die tieferliegenden Konflikte betreffen jedoch Fragen der Führung und Vertretung. Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün beharrt darauf, dass allein der ZVK die Interessen der Werkstätten glaubwürdig vertreten könne, während die ZDK-Führung die Reformen als notwendig für die Modernisierung des Verbandes ansieht.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler bezeichnen die Situation als ein "bewusst herbeigeführtes Szenario", um eine Trennung zu erzwingen. Der ZDK hat gemeinsame Personalstellen in den Gremien abgebaut und vollzieht nun eine strikte institutionelle Trennung. Nach den neuen Regeln muss die Handwerksführung mindestens einen Vertreter stellen, während zentrale Entscheidungen von der Mitgliederversammlung getroffen werden.

Um zu verhindern, dass Innungen isoliert werden, plant der ZDK direkte Wege für Werkstätten, sich der Bonner Zentrale anzuschließen. Zudem will der Verband sein Engagement in betroffenen Regionen – insbesondere in Bayern und Nordrhein-Westfalen – verstärken, um die Änderungen zu erklären. Peckruhn räumt die Belastung für die Betriebe ein, lässt aber die Tür für eine künftige Zusammenarbeit mit dem ZVK offen.

Gleichzeitig wirbt der Verband gezielt um markengebundene Autohäuser in diesen Bundesländern, in der Hoffnung, sie für seinen neuen Kurs zu gewinnen.

Die Reformen markieren einen klaren Bruch mit alten Strukturen, wobei der ZDK trotz Widerstand konsequent voranschreitet. Werkstätten in den Schlüsselregionen stehen nun vor der Entscheidung über ihre organisatorische Zukunft. Das Ergebnis wird zeigen, ob die Spaltung zu einer dauerhaften Neuordnung führt – oder die Gräben in der Branche weiter vertieft.

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