Willicher Eltern kämpfen um Kita-Plätze nach gestrichenen Neubauprojekten
Johanna KrügerWillicher Eltern kämpfen um Kita-Plätze nach gestrichenen Neubauprojekten
Eltern in Willich fordern von Bürgermeister Pakusch Antworten zur Kinderbetreuung, nachdem zwei geplante Kita-Neubauprojekte gestrichen wurden. Die Sorgen über längere Fahrzeiten und die Zukunft der örtlichen Einrichtungen wachsen – nun gibt es eine neue Kampagne und einen zweiten offenen Brief. Auch das einzige verbleibende Neubauvorhaben der Stadt, das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, wirft Fragen zu Finanzierung und privater Beteiligung auf.
Zwei Kita-Neubauten in Willich waren Anfang dieses Jahres wegen Haushaltskürzungen und rückläufiger Anmeldezahlen gestoppt worden. Die Entscheidung zwingt Familien, auf bestehende Einrichtungen auszuweichen, von denen einige für kleine Kinder mit längeren Fahrten verbunden sind.
Elternvertreter:innen und die Initiative Kita Alperof reagierten mit der Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege", die die Bedeutung von wohnortnaher Betreuung betont. Diese reduziere Stress, spare Zeit und sichere einen besseren Zugang zu früher Bildung, so die Argumentation.
Am 6. März hatte dieselbe Gruppe einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch geschickt und um einen Dialog über nachhaltige Lösungen gebeten. Da keine Antwort erfolgte, wird nun ein zweiter Brief vorbereitet, der die städtischen Angaben zu Fahrzeiten und Betreuungsplätzen infrage stellt.
Einziges verbleibendes kommunales Projekt ist das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, das auch die Kita Alperof beherbergen soll. Doch sein Finanzierungsmodell steht in der Kritik: Die 25-Millionen-Euro-Einrichtung wird aus kommunalen Mitteln, Landeszuschüssen, EU-Fördergeldern und privatem Kapital der REINERHOF GmbH finanziert. Der Investor übernimmt rund 40 Prozent der Kosten, stellt das Grundstück zur Verfügung und wird die Anlage für 30 Jahre pachten. Diese öffentlich-private Partnerschaft wirft Fragen zur langfristigen Rolle und den finanziellen Verpflichtungen der Stadt auf.
Ziel der Kampagne und der offenen Briefe ist es, bessere Betreuungsmöglichkeiten für Willicher Familien zu erreichen. Mit zwei gestrichenen Projekten und der Zukunft von Reinershof an private Mittel geknüpft, drängen Eltern weiter auf klare Aussagen aus dem Bürgermeisteramt. Das Ergebnis könnte prägen, wie die Stadt frühkindliche Bildung und lokale Infrastruktur in den kommenden Jahren gestaltet.






