Wiesbadens Karnevalsumzug verliert die "Zugen(d)te" – jetzt kommt die Gans

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein Schwarz-Weiß-Foto eines mit Blumen geschmückten Entenwagens bei einem Umzug, mit Menschen auf der linken Seite, Bäumen und einem klaren Himmel im Hintergrund.Johanna Krüger

Wiesbadens Karnevalsumzug verliert die "Zugen(d)te" – jetzt kommt die Gans

Wiesbadener Karnevalsumzug: Traditionelle Schlussfigur bekommt neuen Namen nach Markenrechtsstreit

Eine langjährige Tradition beim Wiesbadener Karnevalsumzug steht vor einer Namensänderung – ausgelöst durch eine juristische Beschwerde. Der letzte Wagen, jahrelang als "Zugen(d)te" bekannt, wird künftig "Gans am End" heißen – oder schlicht "Gans zum Schluss". Die Umbenennung folgt auf einen Streit mit dem Mainzer Karnevalsverein über Markenrechte.

Fast zwei Jahrzehnte lang zog am Ende des Wiesbadener Umzugs eine Figur mit entenähnlichem Aussehen einher. Doch wie die Veranstalter kürzlich feststellten, erinnern die weißen Federn und die Warnweste der Gestalt eher an eine Gans als an eine Ente. Zudem trägt die Figur einen Besen – ein Symbol für Reinigungskräfte –, was sie noch weiter von Mainzs gelber "Zugente" unterscheidet.

Der Name "Zugen(d)te" markierte traditionell den Höhepunkt am Ende des Umzugs, ähnlich wie in Mainz der Rosenmontag den Höhepunkt der Session bildet. Doch Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainzer Karnevalsvereins, reichte eine Beschwerde wegen des geschützten Begriffs ein. Daraufhin willigten Wiesbadens Wagenbauer ein, die Beschriftung zu entfernen – die Tierfigur selbst bleibt jedoch erhalten.

Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter des Dacho-Vereins, kündigte die Änderung auf Instagram an. Er betonte, man wolle keinen Streit mit Mainz vom Zaun brechen und komme der Bitte nach. Der neue Name "Gans am End" spiegle das gänseartige Erscheinungsbild der Figur wider und vermeide gleichzeitig rechtliche Konflikte.

Nicht zum ersten Mal passt Wiesbaden seine Umzugstraditionen an: 2024 wurde das "Narrenschiff" nach einer Markenrechtsauseinandersetzung mit Kölner Karnevalsveranstaltern in "Schlusspekte" umbenannt. Damals ging es darum, die lokale Identität und kulturelle Eigenständigkeit zu wahren.

Der Schlusswagen wird künftig ohne die Aufschrift "Zugen(d)te" fahren, behält aber sein gänseinspiriertes Design. Die Wiesbadener Organisatoren haben so eine juristische Auseinandersetzung umgangen, ohne auf das symbolträchtige Finale verzichten zu müssen. Die Änderung zeigt einmal mehr, wie schwer es ist, zwischen Tradition, Recht und regionalen karnevalistischen Eigenheiten einen Ausgleich zu finden.