Wiener Festwochen 2024: Triumphe, Skandale und ein BMW auf der Bühne
Johanna KrügerWiener Festwochen 2024: Triumphe, Skandale und ein BMW auf der Bühne
Die Wiener Festwochen präsentierten in diesem Jahr eine Mischung aus mutigen und umstrittenen Aufführungen. Einige Produktionen begeisterten, andere spalteten das Publikum. Das Programm bot eine vielfältige Auswahl – von avantgardistischem Theater bis zu experimentellen Performances.
Milo Raus Republik der Götter lief fünf Wochen lang; der Regisseur bezeichnete das Stück als die „größte Inszenierung aller Zeiten“ und feierte es als Weltpremiere. Auch Angélica Liddells Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben zog als herausragende Produktion große Aufmerksamkeit auf sich. Patti Smith sorgte mit besonderen Auftritten für zusätzlichen Glanz.
Nicht alle Inszenierungen überzeugten. Nestervals Interpretation der Nibelungensage scheiterte kläglich und enttäuschte die Kritik. Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2 wirkte wie ein langweiliger Abendkurs und vermochte nicht zu fesseln. Susanne Kennedys Parsifal litt unter Markus Selgs erdrückenden Digital-Effekten, die die Produktion erstarren ließen.
Andere Werke glänzten durch Originalität. Florentina Holzingers Pfingstspiel zeigte eine Darstellerin, die in einer waghalsigen Show einen BMW bändigte. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor präsentierte ein kämpferisches Manifest gegen Gewalt und erntete Lob. Thorsten Lensings Tanzende Idioten wurde gefeiert, besonders Ursina Lardis Darstellung einer todkranken Frau.
Die Festwochen zeigten sowohl Triumphe als auch Fehlschläge der zeitgenössischen Performance-Kunst. Einige Künstler:innen setzten mit kühnen Konzepten Maßstäbe, andere blieben hinter den Erwartungen zurück. Das Publikum erlebte fünf Wochen lang ein breites Spektrum theatralischer Experimente.






