14 April 2026, 02:18

Wie der Ford-Streik 1973 in Köln Migrant:innen zu mehr Macht verhalf

Schwarzes und weißes Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die Maschinen bedienen, umgeben von Metallstangen und -pfählen, beschriftet mit "Neue Eisengießerei, die erste Fabrik in Deutschland."

Wie der Ford-Streik 1973 in Köln Migrant:innen zu mehr Macht verhalf

Ein neues Buch untersucht den Ford-Streik von 1973 in Köln – einen entscheidenden Moment in der Geschichte der Migrant:innen-Arbeit. Herausgegeben von Nihat Öztürk, Nuria Cafaro, Bernd Hüttner und Florian Weis, zeigt es auf, wie der Arbeitskampf zum Symbol für Selbstermächtigung wurde. Die Veröffentlichung verbindet die historischen Kämpfe mit aktuellen Auseinandersetzungen gegen Ausbeutung, etwa denen von Fahrradkurieren heute.

Am 30. August 1973 legten Migrant:innen im Kölner Ford-Werk die Arbeit nieder, um gegen unwürdige Bedingungen zu protestieren. Sie forderten eine zusätzliche D-Mark pro Stunde und eine gerechtere Behandlung. Die Antwort von Polizei und Werksschutz war brutal: Streikende wurden angegriffen, während sich einige deutsche Kolleg:innen unter Polizeischutz an den Übergriffen beteiligten.

Das Buch mit dem Titel «Der Streik hat mir als jungem Menschen Kraft gegeben. Migrantische Kämpfe gegen Ausbeutung und Rassismus» dokumentiert die nachhaltige Wirkung des Arbeitskampfs. Es thematisiert kontroverse Debatten über die Rolle des Betriebsrats und der IG Metall, wobei sich die Positionen von Witich Rossmann und Nihat Öztürk gegenüberstanden. Heute gilt der Streik als Wendepunkt für migrantische Aktivismusbewegungen und inspirierte spätere Kämpfe.

Über Ford hinaus behandelt das Buch weitere Streiks von 1973, die von Migrant:innen geführt wurden – etwa bei Pierburg in Neuss oder Hella in Lippstadt. Migrantinnen mit linksgerichteten Hintergründen spielten dabei eine zentrale Rolle in Gewerkschaften und Betriebsräten. Ihr Engagement prägte die breiteren Arbeitskämpfe gegen Rassismus und Ausbeutung mit.

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Das Buch spannt den Bogen vom Ford-Streik 1973 zu aktuellen Konflikten, wie denen prekär beschäftigter Fahrradkurier:innen. Es präsentiert den Arbeitskampf als Grundstein für widerständige Bewegungen unter Migrant:innen. Die Herausgeber:innen wollen diese Geschichten im heutigen antirassistischen und gewerkschaftlichen Aktivismus sichtbar halten.

Quelle