Studie klärt sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Studie enthüllt jahrzehntelanges Vertuschen im Erzbistum Paderborn
Eine neu veröffentlichte unabhängige Studie hat schwere Versäumnisse im Erzbistum Paderborn aufgedeckt. Der Bericht zeigt, dass Kardinäle über einen Zeitraum von 81 Jahren wiederholt Täter gedeckt und Opfer vernachlässigt haben. Forscher untersuchten die Amtszeiten zweier hochrangiger Geistlicher und legten dabei systematischen Schutz für die Verantwortlichen offen.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht Paderborn, eines der sieben deutschen Erzbistümer und eine einflussreiche Kraft innerhalb der katholischen Kirche. Mit 1,3 Millionen Mitgliedern erstreckt sich sein Gebiet über weite Teile Nordrhein-Westfalens – von Minden im Norden bis Siegen im Süden – und reicht zudem in Teile Hessens und Niedersachsens hinein. Die Studie umfasst den Zeitraum von 1941 bis 2022 und konzentriert sich auf die Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt.
Ursprünglich war die Veröffentlichung der Ergebnisse für einen früheren Zeitpunkt geplant, doch die COVID-19-Pandemie und ein unerwartet großer Umfang an Quellenmaterial verzögerten die Forschung bis 2026. In einer zweiten Phase wird nun Hans-Josef Becker unter die Lupe genommen, der emeritierte Erzbischof, der von 2002 bis 2022 das Bistum leitete.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Kirchenführer konsequent den Schutz von Tätern über die Unterstützung der Opfer stellten. Stand 12. März 2026 liegt seitens der deutschen katholischen Kirche noch keine offizielle Stellungnahme zu diesen Vorwürfen vor.
Die Studie enthüllt jahrzehntelanges institutionelles Versagen in Paderborn, wo Kardinäle Missbrauch angeblich ermöglicht und Opfer ignoriert haben sollen. Als Nächstes werden die Forscher Beckers 20-jährige Amtszeit untersuchen, was möglicherweise weitere Beweise zutage fördert. Bisher gibt es keine dokumentierte Reaktion der Kirchenverantwortlichen.