15 March 2026, 04:14

Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und heimischen Barbie-Alternative wurde

Eine Frau in gelbem Kleid hält eine Puppe, beide mit sanften und neugierigen Ausdrücken, vor einem hellblauen Hintergrund, mit dem Text "Berliner Leben Magazine - April 1928" und einem Wasserzeichen in der rechten unteren Ecke.

Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und heimischen Barbie-Alternative wurde

1966 brachte die DDR mit Steffi ihre eigene Modepuppe für Teenager auf den Markt – als heimische Alternative zu Barbie und Petra. Schnell entwickelte sie sich zu einem kulturellen Symbol. Ihr Design und ihre Hintergrundgeschichte hoben sie von westlichen Konkurrentinnen ab und spiegelten sowohl Pragmatismus als auch die Ideale ihrer Zeit wider.

Steffis Geburtsort war Waltershausen, eine kleine Stadt im Thüringer Wald. Dort stellte der volkseigene Betrieb VEB Puppenfabrik Biggi sie her, während die Designerin Margot Schmied ihr Aussehen prägte. Schmied benannte die Puppe nach ihrer eigenen Tochter – eine persönliche Note, die das Projekt besonders machte.

Von Anfang an setzte Steffi auf Inklusion. Anders als Barbie wurde sie in verschiedenen Hauttönen produziert, was sie in puncto rassischer Repräsentation fortschrittlicher erscheinen ließ. Ihr Körper war robuster, ihr Make-up orientierte sich am markanten, strukturierten Modestil der 1960er-Jahre. Das Ergebnis: eine Puppe mit einem selbstbewussteren, weniger glamourösen Look.

Ihr Kleiderschrank bot eine Mischung aus modischen und alltagstauglichen Outfits, wenn auch mit weniger berufsbezogenen Optionen als bei Barbie. Zwar bleiben konkrete Berufsrollen unklar, doch ihre Garderobe strahlte eine schlichte Eleganz aus. Mit einem Preis von 16 DDR-Mark war Steffi für viele Familien ein Luxusgut – für manche Arbeiter entsprach sie einem ganzen Wochenlohn.

Auch diplomatisch spielte Steffi eine Rolle: Die Regierung exportierte sie ins Ausland und verschenkte sie oft an ausländische Würdenträger. Diese Verkäufe brachten dringend benötigte Devisen ein und stärkten so die Wirtschaft der DDR. Heute sind originale Steffi-Puppen bei Sammlern zwischen 20 und 200 Euro wert – je nach Zustand und Zubehör.

Hinweis: Die heutige Steffi LOVE-Puppe, vertrieben von der Simba-Dickie-Gruppe, hat keinerlei Bezug zur ursprünglichen DDR-Version.

Steffis Vermächtnis lebt als Stück DDR-Geschichte weiter. Ihre gestalterischen Entscheidungen – von vielfältigen Hauttönen bis zu praktischer Mode – machten sie zu einer Puppe ihrer Zeit. Heute ein begehrtes Sammlerstück, bleibt sie ein Symbol dafür, wie Spielzeug kulturelle Werte und wirtschaftliche Notwendigkeiten widerspiegeln kann.

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