Solingen setzt auf nachhaltigen Wandel – wie die Grünen die Wirtschaft neu denken

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein grünes Gebäude mit Efeu an seiner Seite, umgeben von Bäumen, Fahrzeugen, Polen und anderen Gebäuden, unter einem bewölkten Himmel, Teil der Staufbilter Biodiversität in Berlin, Deutschland.Johanna Krüger

Solingen setzt auf nachhaltigen Wandel – wie die Grünen die Wirtschaft neu denken

Das Bergische Städtedreieck – bestehend aus Wuppertal, Solingen und Remscheid – rückt zunehmend als möglicher wirtschaftlicher Wachstumspol in den Fokus. Die Grünen setzen sich für eine engere regionale Zusammenarbeit ein, um die Dreistadtregion zu stärken, und argumentieren, dass ein gemeinsamer Ansatz die wirtschaftliche Entwicklung beschleunigen könnte. Aktuelle Veränderungen bei der Wirtschaftsförderung Solingen (WiFö) stoßen ebenfalls auf Zustimmung: Die Partei hebt hervor, dass die Behörde nun proaktiver Unternehmen unterstützt.

Solingens Wirtschaft befindet sich im Wandel – insbesondere der Dienstleistungssektor, vor allem im Gesundheitsbereich, soll künftig für Wachstum sorgen. Im Gegensatz zu traditionellen Industrien stellen diese Branchen andere Anforderungen an Infrastruktur und Standortbedingungen. Die Grünen betonen, dass die Wirtschaftsplanung heute Herausforderungen wie Klimawandel, schwindende Grünflächen und gesundheitliche Risiken durch Hitzewellen berücksichtigen muss.

Die WiFö hatte in den vergangenen Jahren mit Schwierigkeiten zu kämpfen, scheint nun aber eine Wende einzuleiten. Ein neues dreiköpfiges Führungsteam – darunter Stadtkämmerer Wienicke als Geschäftsführer – setzt auf lösungsorientiertes und kooperatives Arbeiten. Die Grünen begrüßen diesen Kurswechsel und verweisen darauf, dass die Behörde nun enger mit lokalen Betrieben zusammenarbeitet und vor Ort stärker unterstützt. Statt die Ausweisung neuer Gewerbegebiete voranzutreiben, plädieren die Grünen dafür, bestehende brachliegende Industrieflächen in Solingen besser zu nutzen. Viele dieser Areale sind groß und zusammenhängend und eignen sich daher ideal für eine Nachnutzung. Die Partei lehnt zudem die automatische Freigabe neuer Gewerbeflächen am Stadtrand ab und verweist auf Nutzungskonflikte sowie die Notwendigkeit, den tatsächlichen Bedarf zu prüfen. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz könnte der Bedarf an großen Industrieflächen weiter sinken, da zukünftige Unternehmen möglicherweise kleinere, flexiblere Standorte benötigen.

Die beiden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Solinger Stadtrat, Ruth Fischer-Bieniek und Leon Kröck, loben die Fortschritte der WiFö und bewerten die jüngsten Reformen als positiven Schritt. Sie betonen, dass eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen Wuppertal, Solingen und Remscheid das Bergische Städtedreieck zu einem stärkeren Wirtschaftsstandort machen könnte.

Die Vision der Grünen für die Region setzt auf nachhaltiges Wachstum durch regionale Vernetzung und klügere Flächennutzung. Mit dem neuen, praxisnahen Ansatz der WiFö und dem ungenutzten Potenzial bestehender Industrieareale könnte Solingens wirtschaftlicher Wandel zum Vorbild werden. Die Partei besteht darauf, dass künftige Entscheidungen Entwicklung mit ökologischen und sozialen Belangen in Einklang bringen müssen.