Solingen investiert 15 Millionen Euro in die Rettung des Ohligs-Tunnels

Lina Koch
Lina Koch
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Eine belebte Stadtstraße mit einer Fußgängerbrücke, Fahrzeugen, Fußgängern, Gebäuden und bewölktem Himmel.Lina Koch

Solingen investiert 15 Millionen Euro in die Rettung des Ohligs-Tunnels

Nach Jahren öffentlicher Debatten steht der Ohligs-Tunnel in Solingen vor umfassenden Veränderungen. Die Stadt hat einen 15-Millionen-Euro-Sanierungsplan bewilligt – ein Wechsel von Frustration zu Tatkraft. Lokale Initiativen und Verantwortliche setzen sich nun für eine Mischung aus kurzfristigen Maßnahmen und langfristigen Aufwertungen ein, um Sicherheit und Barrierefreiheit zu verbessern.

In den vergangenen fünf Jahren haben Bürgerbewegungen wie Bürger für den Ohligs-Tunnel sowie Medienberichte die Entwicklung vorangetrieben. Der Stadtrat gab im März 2024 die Finanzierung frei; die Planung soll bis Oktober 2025 abgeschlossen sein, der Baubeginn ist für Januar 2026 vorgesehen.

Kurzfristig steht eine Grundreinigung des Tunnels an, gefolgt von regelmäßiger Instandhaltung und zügigen Reparaturen an Beleuchtung und strukturellen Schäden. Zudem wollen die Behörden Polizeistreifen und kommunale Kontrollen verstärken, um Regeln konsequenter durchzusetzen.

Mittelfristig sind Tests für Videoüberwachung, eine Neugestaltung der Beleuchtung und der Einbau genehmigter Überdachungen am östlichen Ausgang geplant. Diese Schritte sollen antisoziales Verhalten eindämmen und gleichzeitig das Sicherheitsgefühl erhöhen.

Langfristig wird der Vorplatz des östlichen Bahnhofs umgestaltet. Eine Machbarkeitsstudie prüft, ob der Tunnel durch eine Fußgänger- und Fahrradbrücke ersetzt werden kann. Diese würde einen barrierefreien, attraktiven Zugang zum Stadtteil bieten.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen (BfS) fordert einen ganzheitlichen Ansatz: Sicherheit, Sauberkeit und soziale Unterstützung – besonders für Obdachlose – müssten verzahnt werden. Ihr Leitmotiv "Hilfe statt Verdrängung" betont Unterstützung vor Strafen. Zudem plädiert der BfS für eine einheitliche Strategie, um die Rolle des Tunnels im Gemeinschaftsleben zu stärken.

Die erste Bauphase – mit Fokus auf statische Sicherung und Entwässerung – begann im Januar 2026. Bei planmäßiger Umsetzung wird der Tunnel in den kommenden Jahren schrittweise aufgewertet. Sollte der Brückenvorschlag genehmigt werden, könnte dies den Zugang zum Gebiet langfristig grundlegend verändern.