22 April 2026, 04:17

Skandal um illegale Abfallentsorgung beim neuen ICE-Depot der Bahn

Ein Zug fährt durch ein geschädigt Gebiet mit Rauch, der aus ihm aufsteigt, umgeben von Strommästen und -drähten, Höhen und einem klaren Himmel im Hintergrund und verstreuten Trömmern am Boden.

Skandal um illegale Abfallentsorgung beim neuen ICE-Depot der Bahn

Großer Prozess um illegale Abfallentsorgung bei neuem ICE-Depot der Deutschen Bahn eröffnet

Vor dem Landgericht Dortmund hat ein bedeutender Prozess begonnen, in dem es um Vorwürfe der illegalen Abfallentsorgung im Zusammenhang mit dem neuen ICE-Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn geht. Im Mittelpunkt steht ein Recyclingunternehmen, dem vorgeworfen wird, tausende Tonnen belasteter Erde von der Baustelle illegal entsorgt zu haben. Damit rücken auch die Kontrollmechanismen des Bahnkonzerns bei der Abfallbewirtschaftung seiner Projekte in den Fokus.

Die Deutsche Bahn errichtet derzeit für rund 400 Millionen Euro ein hochmodernes Wartungsdepot in Dortmund. Die Anlage, die Mitte 2027 in Betrieb gehen soll, ist für die Instandhaltung von bis zu 17 ICE-Zügen täglich ausgelegt und wird als klimaneutral beworben.

Laut Ermittlungen verschwanden zwischen Februar und November 2024 fast 1.000 Lkw-Ladungen Erde – etwa 24.000 Tonnen – von der Baustelle. Das beschuldigte Recyclingunternehmen soll die belastete Erde abtransportiert und in zwei Kiesgruben am Niederrhein verklappt haben. Zudem soll das Unternehmen weitere gefährliche Abfälle angenommen haben, darunter Bauschutt aus Essen, Asche aus Borken und alte Katalysatoren aus Bocholt.

Der Hauptangeklagte, eine Schlüsselfigur des mutmaßlichen Netzwerks, hat bereits eine Vorstrafe wegen Umweltvergehen: Er saß wegen der illegalen Entsorgung giftiger Ölpellets im Gefängnis. Nun muss sich das Gericht mit seiner Rolle in diesem neuen Fall befassen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Prozess wirft grundsätzliche Fragen zu den Abfallentsorgungspraktiken der Deutschen Bahn bei Großprojekten auf. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre dies einer der schwerwiegendsten Verstöße gegen Umweltauflagen im Zusammenhang mit einem großen Infrastrukturvorhaben. Das Urteil könnte weitreichende Folgen für das künftige Baustellenmanagement des Konzerns haben.

Quelle