"Scientology-Speedrun"-Challenge: Warum Jugendliche in Berlin einbrechen wollen
Julian Lang"Scientology-Speedrun"-Challenge: Warum Jugendliche in Berlin einbrechen wollen
Ein neuer TikTok-Trend hat Deutschland erreicht: Junge Menschen versuchen, in Scientology-Zentren einzudringen. Bei der sogenannten „Scientology-Speedrun“-Challenge geht es darum, so weit wie möglich in die Gebäude vorzudringen, bevor man gestoppt wird. Das Berliner Scientology-Zentrum in der Otto-Suhr-Allee wurde zum ersten deutschen Ziel, als letzte Woche eine lokale Bloggerin einen Einbruchsversuch organisierte.
Der Trend stammt aus den USA, wo einige Scientology-Niederlassungen bereits ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft haben. Die Teilnehmer behandeln die Stockwerke der Zentren wie Level in einem Spiel, während Sicherheitskräfte als zu überwältigende Hindernisse gelten. In Deutschland sorgte die Challenge für Schlagzeilen, nachdem die Berliner Bloggerin @larahertha ihren Versuch im Charlottenburger Zentrum per Livestream übertrug. Die Polizei griff ein und stoppte sie, bevor sie tiefer eindringen konnte.
Scientology, das in Deutschland nach eigenen Angaben rund 3.600 Mitglieder zählt (Stand 2024), strebt danach, seine Lehren zu verbreiten und durch seine Methoden „Clears“ – perfektionierte Menschen – zu erschaffen. Solche widerrechtlichen Eindringversuche sind nach deutschem Recht strafbar und können mit Geldstrafen oder sogar bis zu einem Jahr Haft geahndet werden.
Trotz der Risiken diskutieren Nutzer in den Kommentaren unter @laraherthas Beitrag bereits über das nächste Ziel: den Bundestag.
Der Trend zwingt die Scientology-Zentren, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen. Deutsche Behörden warnen, dass unerlaubtes Betreten weiterhin eine Straftat bleibt. Unterdessen verbreitet sich die Challenge weiter online – und weitere Standorte könnten ins Visier geraten.






