Rosenmontag 2025: Politische Satire und bunte Proteste dominieren Karnevalsumzüge in Köln und Düsseldorf

Luisa Klein
Luisa Klein
2 Min.
Eine Person in einem langen, wallenden Kleid und Hut steht in einem hohen Grasfeld unter einem klaren blauen Himmel, mit der Schrift 'Bohemian Festival' in fetter, weißer Schrift drumherum.Luisa Klein

So prächtig und politisch war der Karneval schon lange nicht mehr - Rosenmontag 2025: Politische Satire und bunte Proteste dominieren Karnevalsumzüge in Köln und Düsseldorf

Die Straßen von Köln und Düsseldorf sind am Rosenmontag, dem Höhepunkt der rheinischen Karnevalssaison, in ein buntes Treiben getaucht. Hunderttausende feiernde Zuschauer säumten die Routen und jubelten den aufwendig gestalteten Wagen zu, die mit scharfer politischer Satire und frechem Humor an ihnen vorbeizogen. Die Umzüge, eine Mischung aus Tradition und Straßenfest-Stimmung, setzten einmal mehr auf Witz, um globale Führungspersönlichkeiten und brennende Themen auf die Schippe zu nehmen.

Der Kölner Zug nahm in diesem Jahr vor allem politische Schwergewichte und aktuelle Kontroversen ins Visier. Ein Motiv zeigte US-Präsident Donald Trump, der von Figuren wie Friedrich Merz, Emmanuel Macron und NATO-Vertretern übertrieben auf den Po geküsst wird. Die rechtspopulistische AfD erschien als blaue Schlange, die sich um den "Deutschen Michel" – ein Symbol nationaler Identität – windet. Weitere Ziele der Spottattacken waren die eskalierende Aufrüstung, der Aufstieg der künstlichen Intelligenz und die angespannte Große Koalition aus Union und SPD – veranschaulicht durch Merz und SPD-Co-Chef Lars Klingbeil in sadomasochistischen Outfits.

Während Köln auf eine direkte Darstellung Wladimir Putins verzichtete, griffen ukrainische Hilfsorganisationen verwandte Themen auf. Solidarität zeigte man auch mit dem Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly, der wegen früherer Putin-Satire mit russischen Strafverfolgung droht. Düsseldorfs Umzug hingegen nahm kein Blatt vor den Mund: Putin tauchte gleich dreimal auf – einmal am Steuer einer AfD-markierten Drohne, dann beim Verspeisen Europas gemeinsam mit Trump und schließlich als bedrohliche Figur. Auch das iranische Mullah-Regime, ein dämonischer Jeffrey Epstein sowie die konservativen Politiker Merz und Markus Söder – in einem von fossilen Brennstoffen betriebenen Dino-Auto – sorgten für laute Reaktionen.

Die mit Witzen und bildhaften Wortspielen gespickten Wagen hielten die Menge stundenlang in Atem. "Alaaf!"-Rufe in Köln und "Helau!"-Schlachtrufe in Düsseldorf lagen in der Luft, während kostümierte Gruppen neben den Umzügen mitliefen.

Die Rosenmontagszüge unterstrichen einmal mehr ihre Rolle als Plattform für beißende Satire und gesellschaftliche Debatten. Mit Rekordbesucherzahlen und schonungsloser Kritik festigten die Veranstaltungen den Ruf des Karnevals, Feiern mit politischer Kommentierung zu verbinden. Beide Städte richten ihren Blick nun auf den Aschermittwoch, der das Ende der närrischen Saison einläutet.