Rosenmontag 2024: Köln und Düsseldorf feiern mit scharfer Satire und Rekordkulissen

Luisa Klein
Luisa Klein
2 Min.
Eine Person in einem langen, wallenden Kleid und Hut steht in einem Feld hoher Gräser unter einem strahlend blauen Himmel, umgeben von Text, der "Bohemian Festival" in fetter, weißer Schrift lesen.Luisa Klein

So prächtig und politisch war der Karneval schon lange nicht mehr - Rosenmontag 2024: Köln und Düsseldorf feiern mit scharfer Satire und Rekordkulissen

Die Rosenmontagsumzüge 2024 haben Köln und Düsseldorf in ihren Bann gezogen und Hunderttausende jubelnde Zuschauer angezogen. Die jährliche Karnevalstradition bot einmal mehr scharfe politische Satire – von deutschen Innenkonflikten bis zu globalen Kontroversen wurde nichts ausgelassen.

In Köln nahmen die Motivwagen unter anderem die wachsende Unterstützung für die AfD, Donald Trumps Einfluss und die anhaltenden Streitigkeiten innerhalb der Bundesregierung aufs Korn. Auch Themen wie Rüstungsausgaben, die geopolitische Rolle Grönlands und künstliche Intelligenz standen im Fokus. Ein besonderer Moment galt dem verstorbenen Düsseldorfer Satiriker Jacques Tilly mit dem Spruch "Mer all sin Tilly" – eine direkte Darstellung Wladimir Putins sucht man jedoch vergeblich.

Der Düsseldorfer Umzug zeigte sich dagegen konfrontativer: Ein Wagen zeigte Putin, wie er gemeinsam mit AfD-Co-Chefin Alice Weidel eine Drohne steuert, ein anderer bildlich, wie er einen Narren ersticht und mit Trump gemeinsam Europa verschlingt. Die AfD wurde als "Verräter" gebrandmarkt, weitere Wagen verspotteten das iranische Mullah-Regime und den verstorbenen Jeffrey Epstein. Während die Umzüge durch die Straßen zogen, skandierten die Menge in Köln "Alaaf!" und in Düsseldorf "Helau!".

Die Rosenmontagszüge bleiben das Herzstück des rheinischen Karnevals, bei dem aufwendig gestaltete Wagen Humor mit beißender Gesellschaftskritik verbinden. Jahr für Jahr verwandelt das Spektakel aktuelle Themen in eine farbenfrohe Show – keine große Kontroverse entgeht dem satirischen Blick.

Die diesjährigen Umzüge bestätigten einmal mehr ihren Ruf als furchtlose politische Kritiker. Mit Rekordkulissen und schonungsloser Satire bleibt die Tradition ein Spiegel – und zugleich Anstoß – der öffentlichen Debatte. Die Wagen werden nun in die Karnevalsgeschichte eingehen und einen bleibenden Eindruck im kulturellen Diskurs des Jahres 2024 hinterlassen.