13 March 2026, 18:17

Ramadan-Streit unter Zehnjährigen eskaliert: Wer darf in der Schule essen?

Ein Plakat mit einem Jungen und einem Mädchen, die an einem Tisch mit Essen und Getränken sitzen, mit dem Text "Jedes Kind braucht ein gutes Schulessen".

Ramadan-Streit unter Zehnjährigen eskaliert: Wer darf in der Schule essen?

Ein Streit unter Zehnjährigen über das Ramadan-Fasten hat an einer Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen größere Aufmerksamkeit erregt. Der Konflikt begann, als fastende und nicht fastende Schüler aneinandergerieten und Unsicherheit aufkam, ob Essen vor Mitschülern verborgen werden sollte. Medien berichteten später von einem "kulturellen Konflikt", doch die Schulleitung bezeichnet den Vorfall als typischen Kinderstreit.

Der Zwist entstand durch Auseinandersetzungen zwischen Schülern, die im Ramadan fasteten, und denen, die es nicht taten. Einige Kinder fühlten sich offenbar unter Druck gesetzt, woraufhin im Unterricht darüber gesprochen wurde. Ein Klassensprecherrat kam zusammen, um die Spannungen zu besprechen, doch es gab keine offizielle Regelung, das Essen einzuschränken.

Durch Missverständnisse verbreitete sich daraufhin die Behauptung, nicht fastende Schüler müssten ihre Snacks verstecken. Die Bezirksregierung Düsseldorf stellte klar, dass es eine solche Vorschrift nicht gebe – Schulen seien nicht verpflichtet, das Essen von Nicht-Fastenden einzuschränken. Das nordrhein-westfälische Schulministerium betonte zudem, religiösen Druck unter Schülern dürfe es nicht geben, und verwies auf die Notwendigkeit eines respektvollen Miteinanders.

Die Bild-Zeitung griff die Geschichte mit einer Schlagzeile auf, die nahelegte, Schülern sei heimliches Essen vorgeschrieben worden, und stilisierte den Vorfall zu einem "Kulturkampf". Die Schulbehörden hingegen halten den Streit für eine harmlose Rangelei ohne politische Dimension. Die Schule plant nun weitere Gespräche mit Schülern, Lehrkräften und Eltern, um die Kommunikation zu verbessern und künftige Missverständnisse zu vermeiden.

Der Fall bleibt vorerst ungeklärt; von der Schulaufsicht Kleve gibt es keine offizielle Stellungnahme zu konkreten Maßnahmen. Die Schule konzentriert sich darauf, Erwartungen zu präzisieren und den Dialog zwischen Schülern und Lehrpersonal zu stärken. Der Vorfall zeigt, wie alltägliche Schulhofkonflikte eskalieren können, wenn Medien sie überinterpretieren oder Schüler sich falsch verstehen.

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