16 April 2026, 22:17

NRW führt neues Punktesystem für ökologische Bewertung von Solarparks ein

Luftaufnahme eines Solarparks mit Panelen, umgeben von Bäumen, Gras, Wasser und einer nahen Bahntrasse.

NRW führt neues Punktesystem für ökologische Bewertung von Solarparks ein

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht Leitfaden zur Bewertung von Freiflächen-Solaranlagen

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Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden für die ökologische Bewertung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen vorgelegt. Darin wird ein Punktesystem eingeführt, mit dem sich der ökologische Wert verschiedener Bereiche dieser Anlagen bewerten lässt. Ziel der Regelungen ist es, im Zuge des weiteren Ausbaus der Solarenergie landesweit einheitliche Standards für Ausgleichsmaßnahmen zu schaffen.

Erstmals legt der Leitfaden verbindliche Kriterien fest und bewertet die Flächen auf einer Skala von null bis fünf. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Note null und müssen vollständig ausgeglichen werden. Teilversiegelte Bereiche, etwa Schotterwege, erreichen lediglich einen Punkt.

Auch die Flächen direkt unter den Solarmodulen werden mit nur einem Punkt bewertet – und damit gleichgesetzt mit Schotterpisten. Die Zwischenräume zwischen den Modulreihen werden je nach angestrebtem Lebensraumtyp beurteilt, wobei Abzüge drohen, wenn die ökologischen Ziele nicht erreicht werden. Für eine bessere Naturverträglichkeit empfiehlt die Behörde Mindestabstände zwischen den Modulreihen von fünf Metern, eine Aufständerung der Module von mindestens 0,8 Metern sowie den Verzicht auf Betonfundamente.

Nordrhein-Westfalen plant, die installierte Solarleistung von derzeit 13,21 Gigawatt bis 2030 auf 21 bis 27 Gigawatt auszubauen und bis 2040 auf 50 Gigawatt zu steigern. Doch der Landesverband Erneuerbare Energien NRW übt Kritik: Er hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage des Bewertungssystems und hält die Punktzahlen für die Flächen unter und zwischen den Modulen für zu niedrig angesetzt.

Das neue Bewertungsverfahren schafft zwar eine standardisierte Methode zur Berechnung ökologischer Ausgleichsmaßnahmen bei Solarparks. Projektentwickler müssen nun bei der Planung feste Kriterien einhalten, während Naturschutzauflagen klarer werden. Die Debatte um die Richtigkeit der Punktvergabe deutet jedoch darauf hin, dass weitere Diskussionen folgen könnten.

Quelle