17 June 2026, 16:55

Niederländische Delegation besucht Solingen: Wie ukrainische Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integriert werden

Delegation aus den Niederlanden besuchte das Solinger Jobcenter

Niederländische Delegation besucht Solingen: Wie ukrainische Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integriert werden

Eine niederländische Delegation besuchte kürzlich das Jobcenter in Solingen, um über die Integration ukrainischer Geflüchteter in den Arbeitsmarkt zu sprechen. Zu der Gruppe gehörten Vertreter verschiedener niederländischer Ministerien sowie des Ministeriums für Arbeit und Soziales von Nordrhein-Westfalen.

Seit Beginn der Krise hat Solingen über 1.750 ukrainische Geflüchtete aufgenommen. Aktuell leben noch 1.394 in der Stadt, davon beziehen 1.240 Bürgergeld über das örtliche Jobcenter. Weitere 394 nehmen an Deutschkursen teil, um ihre Integration zu erleichtern.

Während des Besuchs stellte Jan Welzel, Leiter des Sozial- und Rechtsamts der Stadt Solingen, die Situation in niederländischer Sprache vor. Die Delegation tauschte sich zu Themen wie Sprachförderung, Zugang zur Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung, schulische Integration und Arbeitsvermittlung aus. Zudem wurden Beispiele gelungener Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich präsentiert, etwa die Arbeit niederländischer Psychologen gemeinsam mit ukrainischen Kollegen.

Ein zentrales Thema der Gespräche waren die Finanzierungsprobleme. Städte wie Solingen tragen derzeit den Großteil der Kosten für Unterbringung und Integration der Geflüchteten. Zudem gestaltet sich die Anerkennung ukrainischer akademischer und beruflicher Abschlüsse aufgrund der Unterschiede zwischen den beiden Bildungssystemen weiterhin schwierig.

Eine aktuelle Umfrage zeigt unterschiedliche Pläne der Geflüchteten: 37 Prozent möchten dauerhaft oder für mehrere Jahre in Deutschland bleiben, während 34 Prozent nur bis zum Ende des Krieges in der Ukraine hierbleiben wollen.

Der Besuch unterstrich die laufenden Bemühungen zur Unterstützung ukrainischer Geflüchteter in Solingen. Im Mittelpunkt standen praktische Lösungen für die Integration, etwa Sprachkurse und Arbeitsvermittlung. Finanzielle und administrative Hürden bleiben für die lokalen Behörden jedoch weiterhin eine große Herausforderung.

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