National Express rettet Bahnverkehr in NRW mit 400-Millionen-Hilfe und neuen Verträgen

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein roter und gelber Zug mit 'Postplatz'-Schriftzug und Nummernschild, vor einem Hintergrund aus Glasfenstern und einer Wand.Johanna Krüger

National Express rettet Bahnverkehr in NRW mit 400-Millionen-Hilfe und neuen Verträgen

National Express sichert neue Finanzspritze für stabilen Bahnbetrieb in Nordrhein-Westfalen

National Express hat eine neue Finanzierungsvereinbarung ausgehandelt, um seine Bahnverbindungen in Nordrhein-Westfalen zu stabilisieren. Die Einigung folgt auf Jahre finanzieller Belastungen und soll weitere Störungen auf wichtigen Strecken verhindern. Verkehrsbehörden und die Muttergesellschaft des Unternehmens werden gemeinsam 400 Millionen Euro bereitstellen, um den Betrieb zu sichern.

Der Regionalverkehr in NRW hatte mit hartem Wettbewerb und unerwarteten Herausforderungen zu kämpfen. Diese Probleme führten bei National Express zu Verlusten, insbesondere auf den Linien RE7 und RB48. Laut dem neuen Abkommen laufen die Verträge für diese defizitären Strecken nun bereits 2027 aus – statt wie ursprünglich vorgesehen 2030.

Die profitableren RRX-Linien hingegen erhalten eine Vertragsverlängerung bis 2035. Zudem entfallen künftig automatische Strafzahlungen bei Verspätungen, die auf Infrastrukturprobleme zurückgehen. Diese Änderung soll die finanzielle Belastung verringern, wenn Störungen außerhalb des Einflussbereichs des Betreibers auftreten.

Die Verkehrsverbünde, darunter der VRR, stellen zusätzliche 200 Millionen Euro für National Express bereit. Die Muttergesellschaft des Unternehmens stockt diesen Betrag auf, sodass insgesamt 400 Millionen Euro an Zusatzmitteln fließen. Ziel ist es, erneute Streiks wie im vergangenen Sommer zu vermeiden, die damals zu massiven Behinderungen geführt hatten.

Frank Heidenreich (CDU) kritisierte zwar frühere Fehlentwicklungen in der Verwaltung, räumte aber ein, dass die aktuelle Lösung der einzig praktikable Weg sei. Der Kollaps von Abellio Rail im Jahr 2022 hatte bereits die Anfälligkeit der Regionalverträge offengelegt – Details über die damals bereitgestellten Notfallmittel blieben jedoch unklar.

Mit der neuen Finanzierung und den angepassten Verträgen kann National Express die Zuverlässigkeit seiner Dienstleistungen in NRW wahren. Dank der zusätzlichen 400 Millionen Euro kann sich das Unternehmen nun auf die Verbesserung des Betriebs konzentrieren, ohne unmittelbar mit finanziellen Sanktionen rechnen zu müssen. Die Änderungen schaffen zudem klare Perspektiven – sowohl für defizitäre als auch für rentable Strecken.