Maria Kalesnikawa nimmt Karlspreis in Aachen endlich persönlich entgegen
Julian LangMaria Kalesnikawa nimmt Karlspreis in Aachen endlich persönlich entgegen
Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikawa hat am Samstag in Aachen endlich den Internationalen Karlspreis persönlich entgegengenommen. Die Auszeichnung, die ihr bereits vor vier Jahren – während sie in Belarus inhaftiert war – zuerkannt worden war, würdigt ihren Einsatz für Demokratie und Menschenrechte. Inzwischen in Deutschland lebend, erhielt sie die Ehrung nun erstmals in Anwesenheit.
Kalesnikawa wurde 2022 gemeinsam mit Veronika Zepkalo und Swjatlana Zichanouskaja mit dem Karlspreis ausgezeichnet – für ihren gemeinsamen Kampf in Belarus. Damals saß sie noch im Gefängnis und erfuhr erst später von der Ehrung. Die Auszeichnung bezeichnete sie als ein starkes Zeichen europäischer Solidarität während ihrer Haftzeit.
Ihre Freilassung erfolgte im Dezember 2025 nach Jahren in Gefangenschaft. Zwar ist sie nun in Freiheit, doch die Zeit im Gefängnis hat tiefe Spuren hinterlassen. Dennoch genießt sie ihre neu gewonnene Freiheit und setzt sich weiterhin für die Freilassung anderer politischer Häftlinge in Belarus ein.
Trotz langsamer Fortschritte bleibt Kalesnikawa überzeugt, dass ein demokratisches Belarus möglich ist. Sie und ihre Mitstreiterinnen – Zichanouskaja und Zepkalo – arbeiten weiterhin zusammen, auch wenn ihre Ansichten nicht immer deckungsgleich sind. Gemeinsam fordern sie europäische Regierungen auf, die belarussische Opposition im Kampf gegen das aktuelle Regime zu unterstützen.
Am Samstag zeigte sie sich überglücklich, den Preis in Aachen persönlich entgegennehmen zu können. Dass sie diesen Moment mit ihrer Familie teilen konnte, machte die Auszeichnung für sie noch bedeutungsvoller.
Seit 2022 wurde der Karlspreis an keine weiteren belarussischen Aktivistinnen oder Aktivisten verliehen. Kalesnikawas offizielle Annahme 2026 stellt einen seltenen öffentlichen Höhepunkt für die Opposition dar. Ihr anhaltendes Engagement hält den Kampf um Demokratie in Belarus weiterhin im Fokus Europas.