Kölner Karneval: Warum hier selbst die Rechtschreibung verrückt spielt

Luisa Klein
Luisa Klein
2 Min.
Ein Papier mit der Überschrift "Carnivals Parisiens par Louis Morin" in fetter Schrift, das farbenfrohe, detaillierte Entwürfe von Menschen in bunten Kostümen und Masken bei einer lebhaften Karnevalszenen zeigt.Luisa Klein

Anleitung zur 'Witzischkeit' - Das ABC des Karnevals - Kölner Karneval: Warum hier selbst die Rechtschreibung verrückt spielt

Kölner Karneval: Ein Wirbelsturm aus Tradition, Humor und Chaos

Vom Verbot bestimmter Wörter bis zum legendären Kölsch – der Kölner Karneval folgt eigenen, einzigartigen Regeln. Ein neuer Leitfaden entschlüsselt das Treiben Buchstabe für Buchstabe und hilft Außenstehenden, das bunte Spektakel zu verstehen.

Los geht es mit A wie Alkohol – denn ohne ein Gläschen Kölsch in der Hand ist der Karneval in Köln kaum vorstellbar. B steht für Bier, genauer gesagt für Kölsch, das der Nobelpreisträger Heinrich Böll einst als "harntreibendes Lokalkraftgetränk" bezeichnete. C wie Carneval – mit C, nicht mit K geschrieben – führt uns direkt zum regierenden Trio, dem Dreigestirn: Prinz, Bauer und Jungfrau.

F wie Fasching ist ein Wort, das in Köln und Düsseldorf tabu ist – hier besteht man strikt auf Karneval. G bringt uns zum Grapscher, einer Karnevalsfigur, die berüchtigt dafür ist, mit einem Regenschirm aggressiv Süßigkeiten von den Festwagen zu schnappen – und dabei Kindern spielerisch auf die Finger zu treten, um an Schokolade zu kommen. Diese Figur verkörpert die kurze Phase der flüchtigen Zügellosigkeit, in der freches Verhalten genau fünf Tage lang geduldet wird.

H steht für die Höhner, die beliebte Karnevalsband, deren Lieder stolz die Vollkommenheit Kölns besingen. I verweist auf das einst klassische "Ich-Kostüm", das heute so veraltet ist, dass es nur noch als Witz durchgeht – einer, den man allerdings nie beim Namen nennen darf. Und schließlich bedeutet J wie Jeck, das kölsche Wort für "Narr", das auf niederländische und deutsche Wurzeln zurückgeht.

Der Leitfaden erklärt die Eigenheiten des Karnevals – von strengen Rechtschreibregeln bis zur zeitlich begrenzten Erlaubnis für Unfug. Jede Tradition, ob albern oder ehrwürdig, trägt dazu bei, dass Kölns Fest ein einzigartiges Erlebnis wird. Wer diese Bräuche versteht, für den verwandelt sich die anfängliche Verwirrung schnell in pure Freude – für Besucher wie Einheimische gleichermaßen.