16 March 2026, 10:16

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und spaltet damit die Stadt

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplantes Eintrittsgeld für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und spaltet damit die Stadt

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die Welterbestätte, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht und die Reliquien der Heiligen Drei Könige beherbergt, steht mit diesem Vorhaben in der Kritik – unter anderem von Barbara Schock-Werner, der ehemaligen Dombaumeisterin.

Die für den Kölner Dom zuständigen Stellen planen, noch in diesem Jahr eine Besuchsgebühr einzuführen. Die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest. Der Schritt folgt ähnlichen Debatten in ganz Deutschland, wo sich die öffentliche Meinung zu Eintrittsgeldern an bedeutenden Stätten im Laufe der Zeit gewandelt hat.

Schon 2023 stieß ein Pilotprojekt mit Eintrittsgeldern am Kölner Dom auf starken Widerstand: Über 100.000 Unterschriften wurden gegen die Pläne gesammelt. Doch bis 2025 zeigten Umfragen, dass 60 bis 70 Prozent der Deutschen nachhaltige Finanzierungsmodelle für den Erhalt von Kulturdenkmälern befürworten. Auch die Dresdner Frauenkirche weitete 2024 ihre Gebühren aus – ein Zeichen für die wachsende Akzeptanz solcher Maßnahmen.

Schock-Werner lehnt die Pläne entschieden ab und nennt sie "sehr problematisch". Sie argumentiert, dass eine Eintrittsgebühr den Zugang auf wohlhabendere Besucher beschränken und den offenen Charakter des Doms verändern könnte. Für viele, so betont sie, sei Köln "fast gleichbedeutend mit dem Dom" – er stehe als Symbol für die Identität der Stadt.

Zudem unterstreicht sie, dass der Dom als "missionarisches Angebot der Kirche" konzipiert sei, der alle Menschen willkommen heißen solle. Seine monumentalen Räume seien geschaffen worden, um Gott zu ehren – nicht, um Einnahmen zu generieren. Zwar räumt Schock-Werner ein, dass zusätzliche Mittel für den Erhalt notwendig seien, warnt jedoch, dass Gebühren die kulturelle und spirituelle Bedeutung des Doms schwächen könnten.

Die geplante Eintrittsgebühr soll finanzielle Herausforderungen bewältigen helfen, doch Kritiker befürchten, sie könnte den öffentlichen Zugang einschränken. Sollte die Änderung umgesetzt werden, wäre dies ein bedeutender Wandel für ein Bauwerk, das eng mit dem kulturellen Erbe Kölns verbunden ist. Die Diskussion spiegelt eine größere Debatte in Deutschland wider: Wie lassen sich Denkmalschutz und offener Zugang zu historischen Stätten in Einklang bringen?

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