16 March 2026, 16:20

Kirchenaustritte in NRW sinken – doch die katholische Kirche schrumpft weiter

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Kirchenaustritte in NRW sinken – doch die katholische Kirche schrumpft weiter

Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnet einen leichten Rückgang der Austrittszahlen. Zwischen 2024 und 2025 sank die Zahl der Kirchenaustritte von 86.946 auf 84.440 – das dritte Jahr in Folge mit rückläufigen Zahlen. Dennoch schrumpft die Gesamtzahl der Katholiken in der Region weiter: von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen im selben Zeitraum.

Das Erzbistum Köln meldete in seinen jüngsten Statistiken einige positive Entwicklungen. Die Besucherzahlen bei Gottesdiensten stiegen von 90.694 im Jahr 2024 auf 94.638 im Jahr 2025, wobei mittlerweile etwa sechs Prozent der Katholiken sonntags die Messe besuchen. Auch die Zahl der Erwachsenentaufen nahm zu – von 199 auf 315 im gleichen Zeitraum. Generalvikar Guido Assmann wertete diese Trends als ermutigende Anzeichen einer erneuerten Bindung an die Kirche.

Doch nicht alle Experten teilen diesen Optimismus. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die Fortschritte als bloße "Kosmetik" und nannte die Gesamtlage nach wie vor "dramatisch". Seine Aussagen spiegeln eine breitere Skepsis wider, da die Gesamtzahl der Austritte aus katholischen und evangelischen Kirchen in der Region mit 152.783 im Jahr 2025 weiterhin hoch blieb.

Der Rückgang der Austritte markiert zwar das dritte Jahr in Folge mit sinkenden Zahlen, doch liegen die Werte deutlich über dem historischen Durchschnitt. Trotz der leichten Verbesserungen steht die Kirche weiterhin vor langfristigen Herausforderungen, ihre Mitglieder zu halten.

Die aktuellen Daten zeichnen ein zwiespältiges Bild der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen. Zwar verlassen weniger Menschen die Kirche, und mehr Gläubige nehmen an Gottesdiensten teil oder lassen sich taufen – doch die Gesamtzahl der Katholiken ist innerhalb eines Jahres um 200.000 gesunken. Die Entwicklungen deuten auf anhaltende Verschiebungen in der religiösen Praxis der Region hin.

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