03 April 2026, 06:16

Kiekert meldet Insolvenz: Chinesischer Eigner Lingyun verweigert Rettungsmillionen

Chinesisches Aktienzertifikat mit chinesischem und englischem Text, das dekorative Designs und Symbole enthält.

Chinesischer Eigentümer möchte Kiekert behalten - Kiekert meldet Insolvenz: Chinesischer Eigner Lingyun verweigert Rettungsmillionen

Kiekert, der weltweit führende Zulieferer für Automobil-Verriegelungssysteme, hat vorläufige Insolvenzverfahren eingeleitet. Das Unternehmen mit 4.500 Beschäftigten beantragte die Insolvenz, nachdem sein chinesischer Hauptanteilseigner Lingyun weitere Finanzmittel verweigert hatte. Trotz der finanziellen Krise laufen die Geschäfte an allen Standorten vorerst wie gewohnt weiter.

Lingyun hatte Kiekert 2012 übernommen – ein Schritt, der zunächst die globale Expansion vorantrieb und die Produktion in China und Europa ausbaute. Mit einem Marktanteil von über 30 Prozent belieferte das Unternehmen große Automobilhersteller wie Volkswagen und Ford. Doch im Laufe der Zeit verschärften sich die finanziellen Probleme, bis es vergangene Woche zur Zahlungsunfähigkeit kam.

Das Amtsgericht Wuppertal leitete im Dezember 2025 das vorläufige Insolvenzverfahren ein. Kiekerts Vorstandsvorsitzender Jérôme Debreu erklärte, Lingyun habe den Zugang zu Schlüsselmärkten und Finanzmitteln blockiert. Zudem sei der Anteilseigner finanziellen Verpflichtungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro nicht nachgekommen – ein entscheidender Faktor für die Insolvenz.

Lingyun gab an, von den Insolvenzanträgen erst durch Medienberichte erfahren zu haben. Der Anteilseigner strebt nun an, die Mehrheit zu behalten, und argumentiert, man wolle Gläubiger schützen, die Liquidität wiederherstellen und die langfristige Zukunft Kiekerts sichern. Die Unternehmensführung hingegen will sich von Lingyun lösen, um das Wachstum zu beschleunigen und die Position als systemrelevanter Automobilzulieferer zu wahren.

Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind bis November gesichert, und der Tagesbetrieb bleibt von den Verfahren unberührt. Ursache für die Insolvenz ist Lingyuns Weigerung, dringend benötigte Mittel bereitzustellen – trotz der starken Marktposition Kiekerts. Die Zukunft des Unternehmens hängt nun davon ab, ob der Konflikt zwischen Management und chinesischem Anteilseigner gelöst werden kann. Im Rahmen des vorläufigen Verfahrens wird geprüft, ob eine Restrukturierung oder ein Eigentümerwechsel das Unternehmen stabilisieren kann.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle