Karneval ohne Pferde: Warum Bonn konsequent handelt und Köln zögert

Luisa Klein
Luisa Klein
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Ein Gemälde von einem Karnevalsumzug mit Menschen in bunten Kostümen, die auf Pferden vor einem geschmückten Motivwagen reiten, vor einem Hintergrund mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel.Luisa Klein

Pferde beim Rosenmontagszug in Köln? Ein Pro und Contra - Karneval ohne Pferde: Warum Bonn konsequent handelt und Köln zögert

Pferde sind seit langem ein fester Bestandteil der Karnevalsumzüge in Deutschland – doch wachsende Bedenken hinsichtlich ihres Wohlergehens verändern die Traditionen. In Bonn sind sie seit 2021 komplett ausgeschlossen, während Köln trotz anhaltender Debatten und vergangener Unfälle an der Praxis festhält.

Der Bonner Karnevalsausschuss entschied sich 2021 für ein Pferdeverbot und verwies dabei auf Risiken für den Tierschutz. Die Teilnehmer reagierten mit einer Mischung aus Enttäuschung und Akzeptanz, da sie die Sicherheitsbedenken nachvollziehen konnten. Laute Musik, jubelnde Menschenmengen und fliegende Süßigkeiten setzen die Tiere oft unter Stress, was zu panikartigen Fluchtversuchen oder sichtbarem Unbehagen führen kann.

Ein Vorfall in Köln im Jahr 2018 unterstrich diese Gefahren, als Kutschpferde in Panik gerieten und mehrere Menschen verletzt wurden. Dennoch erlaubt die Stadt weiterhin rund 230 Pferde beim Rosenmontagszug. Das Festkomitee hat die Vorschriften verschärft: Verpflichtende Schulungen, Eignungstests und regelmäßige Pausen für die Tiere sind nun vorgeschrieben.

Tierschutzorganisationen wie PETA und der Deutsche Tierschutzbund fordern ein vollständiges Verbot. Sie argumentieren, dass Umzüge die Tiere unnötigem Leid aussetzen. Der Kölner Stadtrat bleibt hingegen gespalten – ein Nachziehen des Bonner Vorbilds ist vorerst nicht geplant.

Der Verzicht auf Pferde in Bonn zeigt einen Wandel hin zu mehr Tierschutz bei öffentlichen Veranstaltungen. Kölns Beibehaltung der Tradition hält sie jedoch vorerst am Leben. Strengere Auflagen sollen die Risiken mindern, doch Kritiker bestehen darauf, dass nur ein generelles Verbot die eigentliche Lösung ist.