Historisches Urteil: Wie der Streitwert bei Hofeigenschaft berechnet wird

Julian Lang
Julian Lang
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Ein altes Dokument mit einer Zeichnung eines Hofs in einem Feld, umgeben von Häusern, Bäumen und einem Himmel, mit dem Text "Surgensburg, Deutschland - Landschaft eines Hofs".Julian Lang

Historisches Urteil: Wie der Streitwert bei Hofeigenschaft berechnet wird

Ein Rechtsstreit eines Landwirts um die Streichung der Hofeigenschaft nach der Höfeordnung hat das Oberlandesgericht erreicht. Streitpunkt war die Berechnung des Streitwerts – ob der Marktwert oder der Einheitswert zugrunde gelegt werden soll. Das Urteil schafft nun Präzedenz für ähnliche Fälle.

Der Fall nahm seinen Anfang, als der Landwirt die Löschung der Hofeigenschaft beantragte. Das zuständige Amtsgericht setzte den Streitwert zunächst auf 14.000 Euro fest. Diese Bewertung wurde vom Landesrechnungshof angefochten, der stattdessen einen deutlich höheren Betrag von 185.400 Euro forderte.

Das Oberlandesgericht prüfte die Beschwerde und erklärte sie zwar für zulässig, wies sie jedoch schließlich ab. Stattdessen legten die Richter den Streitwert auf 81.285 Euro fest. Zur Begründung zogen sie nur 10 Prozent des Marktwerts heran und verwiesen auf den geringen Verwaltungsaufwand des Verfahrens.

Das Gericht räumte zudem ein, dass in Einzelfällen verbundene Verbindlichkeiten des Anwesen vom Marktwert abgezogen werden könnten. In seiner Entscheidung bezog es die anhaltende rechtliche Diskussion unter deutschen Gerichten ein, bei der weiterhin uneinig ist, ob in solchen Verfahren der Marktwert oder der Einheitswert maßgeblich sein soll.

Das Urteil klärt die Vorgehensweise bei der Streitwertberechnung in Fällen zur Hofeigenschaft nach der Höfeordnung. Mit der Festsetzung auf 81.285 Euro fand das Gericht einen Mittelweg zwischen der ursprünglichen Bewertung und der Forderung des Rechnungshofs. Gleichzeitig lässt die Entscheidung Spielraum für Abzüge aufgrund grundstücksbezogener Verbindlichkeiten.