Historischer Edelstahl-Prozess: Kartellvorwürfe vor Düsseldorfer Gericht
Lina KochStahllegierungen: Gab es Absprachen zwischen Herstellern? - Historischer Edelstahl-Prozess: Kartellvorwürfe vor Düsseldorfer Gericht
Ein großer Gerichtsprozess wegen angeblicher Preisabsprachen in der Edelstahlbranche beginnt diese Woche in Düsseldorf. Das Oberlandesgericht wird die Berufungen zweier Unternehmen und eines Managers prüfen, die wegen ihrer Rolle in einem langjährigen Kartell mit Geldstrafen belegt wurden. Die Verhandlungen folgen einer jahrelangen Untersuchung illegaler Absprachen zwischen Herstellern.
Der Fall, bekannt als das "Edelstahl-Verfahren", begann im November 2015, nachdem Kartellbehörden Unternehmen der Branche durchsucht hatten. Die Aktion erfolgte, nachdem eines der beteiligten Unternehmen um Milde ersucht und geheime Absprachen aufgedeckt hatte.
Zwischen Ende 2002 und Anfang 2016 werden den beiden Unternehmen und ihrem Manager vorgeworfen, mit acht weiteren Edelstahlfirmen und zwei Branchenverbänden zusammengearbeitet zu haben. Gemeinsam sollen sie zentrale Preiskomponenten für den Verkauf von Edelstahl manipuliert haben. 2018 und 2021 verhängte das Bundeskartellamt gegen zehn Unternehmen, zwei Verbände und siebzehn Personen Strafen in Höhe von insgesamt 355 Millionen Euro.
Nun haben die beiden Unternehmen und der Manager ihre Strafen vor Gericht angefochten. Die erste Verhandlung findet am Mittwoch statt, weitere 17 Hauptverhandlungstermine sind bereits bis Ende Januar angesetzt.
Das Gericht wird entscheiden, ob die vom Bundeskartellamt verhängten Bußgelder Bestand haben. Scheitern die Berufungen, bleiben die Strafen bestehen. Das Urteil könnte zudem Präzedenzcharakter für künftige Kartellverfahren in der Stahlindustrie haben.






