Henrietta, das Münchner Huhn, wird zur weltweiten Internetlegende

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Eine alte Postkarte mit einer Gruppe von Hühnern vor einem Zug, mit Text auf der Postkarte.Johanna Krüger

Henrietta, das Münchner Huhn, wird zur weltweiten Internetlegende

Ausreißer-Huhn sorgt für Aufsehen in München – wie Henrietta zur Internetlegende wurde

Ein entlaufenes Huhn sorgte in München für Furore, nachdem es zwischen den Gleisen des Hauptbahnhofs gesichtet worden war. Das Tier, das später den Namen Henrietta erhielt, wurde an einem Freitagabend von Bundespolizisten gerettet. Ihr unerwartetes Abenteuer machte sie über Nacht zur unwahrscheinlichen Internetsensation.

Henriettas Reise begann, als sie in einen offenen Lieferwagen hüpfte – eine Angewohnheit, die sie bereits zuvor an den Tag gelegt hatte. Unwissentlich transportierte der Fahrer sie zum Münchner Hauptbahnhof, wo sie schließlich in der Nähe der Gleise umherlief. Besorgte Pendler alarmierten die Bundespolizei, die das Huhn unverletzt einfangen konnte.

Drei Tage lang kümmerten sich die Beamten um Henrietta, fütterten sie mit Haferbrei und suchten gleichzeitig nach ihrem Besitzer. Unterdessen wurde sie in den Vogelnotdienst Olching, eine Auffangstation für verletzte Vögel, gebracht, wo sie unter der Obhut von Leiter Gerhard Wendl stand. Über 20 Menschen meldeten sich, um sie zu adoptieren, doch schließlich konnte ihre eigentliche Besitzerin ausfindig gemacht werden – eine junge Frau, die Hühner als Hobby hält.

Doch Henriettas Geschichte endete nicht hier. 2025 wurde sie erneut zum viralen Phänomen, nachdem sie bei einer Demonstration gegen Tiertransporte entkommen war. Videos, die sie über eine Autobahn flitzen zeigen, verbreiteten sich rasend schnell auf TikTok, Twitter und Instagram und erreichten Millionen von Aufrufen. Hashtags wie #HenriettaDieHenne trendeten weltweit, während Reddit-Threads und Medien von Bild bis zur BBC über ihre Eskapaden berichteten.

Das Internet feierte Henrietta als Symbol der Freiheit. Memes zeigten sie als Superheldin oder unterlegten ihre Flucht mit dem Song Free Bird, während Unterstützer Spenden für Tierrechtsorganisationen sammelten. Auch Politiker mischten sich ein: Mitglieder der Grünen lobten sie als Metapher für den Tierschutz. Kritiker hielten den Hype für eine unnötige Ablenkung, doch der Höhepunkt ihrer Berühmtheit war im Oktober 2025 erreicht, als ein Fan-Account namens @HenriettaFrei eine halbe Million Follower zählte.

Henriettas kurzer Aufenthalt am Bahnhof markierte den Beginn eines unerwarteten Ruhmes. Nach ihrer Rettung kehrte sie zu ihrer Besitzerin zurück – doch ihr Vermächtnis als skurriles Internetphänomen lebte weiter. Die Abenteuer des Huhns zeigten einmal mehr, wie sehr die Öffentlichkeit Tiergeschichten liebt und wie soziale Medien aus alltäglichen Momenten globale Trends machen können.