Heino sorgt mit umstrittenem Solidaritätskonzert in Bad Belzig für Eklat
Johanna KrügerHeino sorgt mit umstrittenem Solidaritätskonzert in Bad Belzig für Eklat
87-jähriger Schlagerstar Heino gibt umstrittenes Konzert in Bad Belzig
Am Samstagabend trat der 87-jährige deutsche Sänger Heino in Bad Belzig (Brandenburg) zu einem umstrittenen Konzert auf, das rund 800 Besucher anzog. Die Veranstaltung sorgte für Debatten, nachdem ein Feuerwehrmann seine dienstlichen Funktionen verloren hatte, weil er eine umstrittene Strophe der Nationalhymne gesungen hatte.
Das Konzert fand als Solidaritätsbekundung für den Feuerwehrmann Richard Mänder statt, der nach einer Beschwerde über seinen Vortrag einer umstrittenen Strophe des Deutschlandlieds von seinen Aufgaben entbunden worden war. Mänder weist jede rechtsextreme Gesinnung von sich, bedauert jedoch das "Missverständnis" und betont, dass er nicht allein für den Vorfall verantwortlich gemacht werden dürfe.
Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen nahmen an der Veranstaltung teil, um ihre Unterstützung zu zeigen. Das Publikum reagierte begeistert, insbesondere als Heino Layla performte – ein Lied, das in der Vergangenheit wegen sexistischer Textzeilen kritisiert worden war. Als Zugabe sang er Schwarzbraun ist die Haselnuss, woraufhin einige Männer im Publikum "Ostdeutschland, Ostdeutschland!" skandierten.
Die politischen Untertöne des Abends wurden zusätzlich deutlich, als Lars Schieske, AfD-Bundestagsabgeordneter, die Veranstaltung auf Instagram lobte. Heinos Manager, Helmut Werner, bestätigte, dass der Auftritt als Zeichen der Solidarität mit Mänder gedacht war.
Die Geschichte des Deutschlandlieds bleibt bis heute umstritten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verboten die Alliierten 1945 die vollständige Hymne wegen ihrer nationalsozialistischen Konnotationen. 1952 übernahm die Bundesrepublik lediglich die dritte Strophe – "Einigkeit und Recht und Freiheit" – als offizielle Version, die für Einheit, Gerechtigkeit und Freiheit steht. Bundeskanzler Konrad Adenauer sang diese Strophe 1952 öffentlich in Berlin und regte Präsident Theodor Heuss an, ihre Verwendung zu formalisieren. Trotz Protesten unterstützten etwa drei Viertel der Westdeutschen die Änderung.
Das Konzert hat die Debatte über das Erbe der Nationalhymne und ihre moderne Deutung neu entfacht. Der Fall Mänder und Heinos Auftritt lenken die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Spannungen um deutsche Identität und historische Erinnerung. Die politischen und kulturellen Auswirkungen der Veranstaltung werden voraussichtlich noch Wochen lang diskutiert werden.






