Großrazzia in NRW: 63-Jähriger soll illegale Müllentsorgung im XXL-Format organisiert haben
Luisa KleinGroßrazzia in NRW: 63-Jähriger soll illegale Müllentsorgung im XXL-Format organisiert haben
Großrazzia in Nordrhein-Westfalen: 63-Jähriger steht im Verdacht, illegale Müllentsorgung im großen Stil organisiert zu haben
In Nordrhein-Westfalen hat sich eine großangelegte Ermittlung gegen illegale Abfallentsorgung entwickelt. Ein 63-jähriger Abfallvermittler aus Unna sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt, darunter bandenmäßiger Betrug und der unerlaubte Umgang mit gefährlichen Abfällen. Die Behörden verfolgen das kriminelle Netzwerk bereits seit eineinhalb Jahren und haben dabei großflächige illegale Machenschaften an mehreren Standorten aufgedeckt.
Der Beschuldigte befindet sich seit Oktober 2023 in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, illegale Abfallanlagen betrieben und Unterlagen gefälscht zu haben. Den Ermittlern zufolge sollen er und seine Komplizen seit Januar 2024 gefährliche Abfälle angenommen, vermischt und umdeklariert haben, um Kunden und Behörden zu täuschen. Bei einer Durchsuchung wurden in seinem Fahrzeug 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände sichergestellt.
Die illegalen Aktivitäten erstreckten sich auf mehrere Orte, darunter ein Gewerbegebiet in Selfkant nahe der niederländischen Grenze, wo rund 23.000 Tonnen belasteter Boden abgelagert wurden. Auch der Tagebau Garzweiler soll betroffen sein. Der Beschuldigte arbeitete zuvor im Vertrieb und in der Kundenakquise für ein Recyclingunternehmen in Soest, dessen Geschäfte mit Bottrop in Verbindung stehen.
Zahlreiche Entsorgungs-, Transport- und Baufirmen stehen unter Verdacht, in die Machenschaften verwickelt zu sein. Die Staatsanwaltschaft hat jedoch noch keine Unternehmen in Nordrhein-Westfalen namentlich als direkt oder indirekt beteiligt an den illegalen Ablagerungen genannt. Unterdessen leitet die Stadt Gelsenkirchen Schritte ein, um Hersteller und Lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz für die Abfallentsorgung zur Verantwortung zu ziehen.
Der Fall zeigt das Ausmaß illegaler Abfallgeschäfte in der Region. Während der Hauptverdächtige bereits in Haft sitzt und die Beweislage wächst, prüfen die Behörden weiterhin die Reichweite des Netzwerks. Die Ermittlungen laufen noch – mit möglichen rechtlichen Konsequenzen für alle Beteiligten.