10 May 2026, 02:13

Forschungsprojekt enthüllt dunkle Polizeigeschichte in NRW – 50 Orte der Repression

Ein detaillierter historischer Stadtplan von Weimar, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Forschungsprojekt enthüllt dunkle Polizeigeschichte in NRW – 50 Orte der Repression

Neues Forschungsprojekt deckt dunkle Kapitel der Polizeigeschichte Nordrhein-Westfalens auf

Ein neues Forschungsprojekt wirft Licht auf die dunklen Abschnitte der Polizeigeschichte Nordrhein-Westfalens. Die am Montag, dem 9. Dezember 2024, gestartete interaktive Website „Orte der Polizeigeschichte“ verzeichnet 50 zentrale Schauplätze, die mit dem Wirken der Polizei während der Weimarer Republik und der NS-Zeit verbunden sind. Ziel der Initiative ist es, sich mit vergangenen Missständen auseinanderzusetzen und deren Wiederholung zu verhindern.

Entwickelt wurde das Projekt von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW). Es umfasst eine Online-Karte, die Orte zeigt, an denen polizeiliches Handeln politische Systeme prägte – und umgekehrt von ihnen geprägt wurde. Einer dieser Orte ist das Polizeipräsidium Recklinghausen an der Westerholter Straße, wo einst die Gestapo Folter und Misshandlungen einsetzte. Heute beherbergt dasselbe Gebäude eine Dauerausstellung mit dem Titel „Wir erinnern uns“, die sich mit den NS-Verbrechen befasst und bei neuen Beamten demokratische Werte stärken soll.

In der Weimarer Republik gab sich die Polizei als „Freund und Helfer“ – ein Bild, das unter den Nationalsozialisten pervertiert wurde. Die Behörde entwickelte sich zu einem Instrument der Unterdrückung, wobei Einheiten wie das Polizeibataillon 316 aus Recklinghausen in besetzten Gebieten Hinrichtungen durchführten. Polizeipäsidentin Friederike Zurhausen betonte, dass die Aufarbeitung dieser Geschichte entscheidend sei, um ihre Wiederholung zu verhindern.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die interaktive Website ist über die Links der HSPV NRW und der Polizei NRW öffentlich zugänglich und lädt zum Erkunden dieser Orte ein. Das Polizeipräsidium in Recklinghausen dient dabei als zentraler Bezugspunkt – ein Symbol für vergangene Verbrechen und aktuelle Bemühungen, aus der Geschichte zu lernen.

Das Forschungsprojekt unterzieht die Polizeigeschichte Nordrhein-Westfalens einer kritischen Prüfung. Durch die Dokumentation von 50 Orten und ihrer Rolle bei Repressionen schafft es eine Grundlage für Bildung und Reflexion. Die Verantwortlichen hoffen, dass diese Transparenz das Vertrauen in die Polizei stärkt und künftigen Missbrauch verhindert.

Quelle