Bogeyman der Entlassungen verschwindet bei Ford - Ford Köln baut Tausende Stellen ab – trotz Milliarden für E-Autos
Fords Werk in Köln durchläuft tiefgreifende Veränderungen, während der Konzern auf die Produktion von Elektrofahrzeugen umstellt. Trotz Milliardeninvestitionen in die Modernisierung bleiben die Absatzzahlen der E-Modelle jedoch hinter den Erwartungen zurück. Dies hat zu erheblichen Stellenstreichungen und Umstrukturierungen am Standort geführt.
Die Belegschaft in Köln ist bereits von 18.000 Mitarbeitenden im Jahr 2019 auf heute rund 10.500 geschrumpft. Nach Abschluss des aktuellen Sparprogramms wird die Zahl voraussichtlich unter 9.000 sinken.
Noch in diesem Jahr strich Ford aufgrund der schwachen Nachfrage nach Elektroautos überraschend fast 1.000 Produktionsstellen. Ursprünglich hatte das Unternehmen geplant, im Rahmen einer Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern 2.900 Arbeitsplätze abzubauen – und dieses Ziel ohne betriebsbedingte Kündigungen erreicht, da sich rund 2.100 Beschäftigte freiwillig für einen Austritt entschieden.
Weitere 800 Arbeitsplätze werden an neue Investoren übergehen, da Teile des Betriebs verkauft werden. Betroffen sind Bereiche wie Werkzeugbau, Druckguss und Anlagenbau. Bis zum Sommer 2024 waren für drei dieser ausgelagerten Sparten bereits potenzielle Käufer gefunden worden, deren Namen jedoch noch nicht bekannt gegeben wurden.
Ziel der Umstrukturierung ist es, die Kölner Ford-Werke durch geringere Kosten und eine schlankere Belegschaft wieder profitabel zu machen.
Mit den nun umgesetzten Stellenkürzungen rechnet Ford mit einer effizienteren Produktion in Köln. Die verbleibenden Mitarbeitenden konzentrieren sich auf die Herstellung von Elektrofahrzeugen, auch wenn die Marktnachfrage weiterhin unsicher bleibt. Die nächsten Schritte des Unternehmens hängen davon ab, ob sich die Absatzzahlen in den kommenden Monaten erholen.