Ford bremst Elektropläne und setzt auf Renault-Partnerschaft statt Kölner Werk

Julian Lang
Julian Lang
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Kraftfahrzeuge auf einer Straße mit elektrischen Laternen und Pflanzen im Hintergrund.Julian Lang

Ford bremst Elektropläne und setzt auf Renault-Partnerschaft statt Kölner Werk

Ford drosselt seine Pläne für Elektroautos in Europa und den USA angesichts schwacher Nachfrage und finanzieller Verluste. Das Unternehmen setzt nun stärker auf Verbrennungsmotoren und Hybridfahrzeuge und streicht gleichzeitig Stellen in Deutschland. Eine neue Partnerschaft mit Renault soll zwar günstigere Elektroautos hervorbringen – doch nicht im kämpfenden Kölner Werk.

Fords Probleme in Europa haben sich verschärft, nachdem der Marktanteil des Konzerns auf knapp über 3 Prozent geschrumpft ist. Die Marke liegt damit hinter koreanischen Konkurrenten wie Hyundai und Kia zurück. Im Dezember änderte CEO Jim Farley die Strategie – auch als Reaktion auf die Politik der USA unter Donald Trump, der sich gegen Subventionen für Elektroautos ausgesprochen hatte.

Das Kölner Werk, einst für eine Jahresproduktion von 250.000 Fahrzeugen ausgelegt, läuft derzeit nur mit 26 Prozent Auslastung. Die Produktion des Focus wurde dort 2024 eingestellt, ein direkter Nachfolger ist nicht geplant. Stattdessen sollte der Standort für Elektromodelle wie den Explorer und den Capri umgerüstet werden – doch die Absatzzahlen enttäuschen: Bis Ende 2025 werden nur etwa 65.000 Einheiten erwartet.

Um die Kosten zu senken, will Ford in Köln bis zu 1.000 weitere Arbeitsplätze abbauen. In den vergangenen zehn Jahren sind dort bereits 20.000 Stellen gestrichen worden, bis 2027 sollen weitere 3.700 folgen. Gleichzeitig stellt das Unternehmen die Entwicklung der zweiten Generation seiner US-Elektrofahrzeuge ein und schreibt dabei 19,5 Milliarden Dollar ab.

Fords neuer Plan sieht vor, mit Renault zusammen zwei erschwingliche Elektroautos auf Basis der Renault-Plattform zu bauen. Ford übernimmt dabei Design und Fahrwerk, während die Produktion 2028 im Renault-Werk Douai in Frankreich anlaufen soll. Gewerkschaften befürchten jedoch, dass dieses Abkommen das Schicksal von Opel wiederholen könnte – die Marke war einst von Peugeot übernommen und später in Stellantis integriert worden.

Fords Abkehr von teuren Elektrofahrzeugen kommt nach einer Fehleinschätzung der Marktnachfrage und dem Verlust traditioneller Käufer. Die Kooperation mit Renault könnte zwar günstigere E-Modelle sichern, doch die Produktion verlagert sich nach Frankreich – während die deutschen Werke mit weniger Jobs und einem stärkeren Fokus auf Verbrenner dastehen. Die finanziellen Abschreibungen und Stellenstreichungen zeigen, wie teuer der strategische Kurswechsel für den Konzern wird.