Flaschenposten: Wie eine uralte Tradition Ozeane und Jahrhunderte verbindet

Luisa Klein
Luisa Klein
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Eine Schwarz-Weiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit der Inschrift "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.Luisa Klein

Flaschenposten: Wie eine uralte Tradition Ozeane und Jahrhunderte verbindet

Flaschenposten verbinden Jahrhunderte – von antiken Seefahrern bis zu modernen Forschern

Seit Jahrhunderten nutzen Menschen Flaschenposten, um Botschaften über die Ozeane zu schicken – von antiken Seefahrern bis hin zu heutigen Wissenschaftlern. Ein deutsches Ehepaar knüpfte 2015 an diese lange Tradition an, als es eine eigene Flasche ins Meer warf. Doch die Praxis reicht weit zurück und diente den unterschiedlichsten Zwecken: der Erkundung neuer Gebiete, der wissenschaftlichen Forschung oder schlicht der Neugier.

Die Idee, Nachrichten in Flaschen zu versenden, ist fast so alt wie die Seefahrt selbst. Schon die alten Griechen und Römer nutzten sie, um über die Meere zu kommunizieren. Später wurde Christoph Kolumbus zur ersten historisch belegten Persönlichkeit, die eine solche Flasche verwendete – er dokumentierte damit 1493 seine Entdeckung Amerikas.

Im 16. Jahrhundert trugen Flaschenposten mitunter geheime Botschaften, sogar Spionagebriefe. Wer sie unbefugt öffnete, setzte sich einem Risiko aus. Jahrhunderte später entdeckten Wissenschaftler ihren Nutzen für die Forschung.

Zwischen 1864 und 1936 setzte das Deutsche Hydrographische Institut rund 5.000 Flaschen aus, um Meeresströmungen zu kartieren. Etwa 662 davon wurden gefunden und gemeldet. Die gesammelten Daten trieben die ozeanografische Forschung voran, doch viele der persönlichen Geschichten der Finder blieben im Dunkeln.

2015 führten Jörg und Cornelia Wanke die Tradition fort. Von Bord der Star Flyer, eines viermastigen Kreuzfahrtschiffs auf der Route zwischen Madeira und Gran Canaria, warfen sie ihre eigene Flasche ins Meer.

Ihre Botschaft reiht sich ein in die lange Geschichte der Flaschenposten – manche gingen verloren, andere wurden geborgen, doch alle tragen sie Zeugnis von menschlicher Neugier. Von Kolumbus bis zu modernen Forschern: Diese schlichten Gefäße haben Geschichten und mitunter auch wissenschaftliche Erkenntnisse über die Ozeane der Welt transportiert.