Europas Rüstungsindustrie scheitert an Zersplitterung trotz Rekordbudgets
Julian LangEuropas Rüstungsindustrie scheitert an Zersplitterung trotz Rekordbudgets
Europas Rüstungsindustrie steht wegen Ineffizienz trotz hoher Ausgaben in der Kritik
Ein neuer Bericht zeigt, wie die Zersplitterung des Kontinents zu deutlich schlechteren Ergebnissen im Vergleich zu den USA und China führt. Gleichzeitig treibt Nordrhein-Westfalen seine Pläne voran, bis 2029 mit 2,5 Millionen Euro Landesförderung zum führenden Rüstungsstandort Deutschlands zu werden.
Das europäische Verteidigungsbudget für 2025 soll auf 550 Milliarden Euro steigen – fast 60 Prozent des US-Haushalts für Verteidigung. Doch diese Ausgaben bringen nur einen Bruchteil der militärischen Schlagkraft Amerikas. Während die USA vier U-Boot-Klassen betreiben, unterhält Europa 16 verschiedene. Ähnlich setzt Washington auf einen Hauptkampfpanzer, den M1 Abrams, während Europa 14 verschiedene Systeme nutzt, darunter Deutschlands Leopard 2, Frankreichs Leclerc, Italiens Ariete und Großbritanniens Challenger 2.
Auch bei der Luftverteidigung zeigen sich Produktionsschwächen. Die Produktion des Iris-TLM-Systems hat sich zwar verdoppelt – allerdings nur von drei auf sechs Feuereinheiten. Experten kritisieren, dass der zersplitterte Ansatz Europas Steuergelder verschwendet und kaum messbare Ergebnisse liefert.
Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, fordert einen einheitlichen europäischen Rüstungsmarkt. Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hat die Bundesminister Boris Pistorius und Katharina Reiche zu engerer Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik aufgefordert. Das Land selbst investiert 2,5 Millionen Euro, um bis 2029 zum wichtigsten Rüstungsstandort Deutschlands zu werden.
Europas Verteidigungssektor bleibt auf zahlreiche Systeme verteilt, was die Effizienz trotz hoher Ausgaben mindert. Der Vorstoß Nordrhein-Westfalens für ein zentrales deutsches Kompetenzzentrum spiegelt die wachsenden Forderungen nach Konsolidierung wider. Ohne tiefgreifendere Kooperation, warnen Analysten, wird Europa im militärischen Vergleich zu den USA und China weiter zurückfallen.