EU-Indien-Freihandelsabkommen: Neue Märkte für deutsche Unternehmen in Sicht

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Ein Plakat mit einer Karte von Indien in der Mitte, umgeben von Text und einem Logo, mit der Aufschrift "India saw the greatest increase in 24.9%".Johanna Krüger

EU-Indien-Freihandelsabkommen: Neue Märkte für deutsche Unternehmen in Sicht

Ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien könnte deutschen Unternehmen neue Chancen eröffnen. Seit 2019 sind die Exporte aus Deutschland nach Indien bereits um fast 40 Prozent gestiegen, während die Lieferungen nach China im gleichen Zeitraum um etwa 15 Prozent zurückgingen. Das Abkommen könnte Europa helfen, seine Abhängigkeit von chinesischen Importen zu verringern und die Beziehungen zu einer weiteren großen Volkswirtschaft zu stärken.

Die Verhandlungen zwischen der EU und Indien haben an Fahrt aufgenommen, da beide Seiten wirtschaftliche Vorteile anstreben. Ursula von der Leyen, damals Präsidentin der Europäischen Kommission, setzte sich Anfang 2023 für engere Handelsbeziehungen ein. Besonders Deutschland sieht in Indien einen vielversprechenden Markt für Maschinenbau und Elektronik – Branchen, die derzeit stark von chinesischen Lieferketten abhängen.

Indiens starke IT-Dienstleistungsbranche bietet Europa zudem eine Alternative zur Dominanz US-amerikanischer Technologiekonzerne. Dennoch gibt es Hindernisse. Die EU will Stahlimporte aus Indien begrenzen, während sie gleichzeitig die Exportquoten für europäische Autos ausweiten möchte. Indien hingegen zeigt sich skeptisch gegenüber der geplanten CO₂-Grenzsteuer der EU, die seine Industrieexporte belasten könnte. Die Landwirtschaft, ein sensibler Bereich für beide Regionen, soll voraussichtlich weitgehend aus dem Abkommen ausgeklammert bleiben. Damit das Vorhaben gelingt, sind auf beiden Seiten Kompromisse nötig.

Ein erfolgreiches Handelsabkommen könnte die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und Indien neu gestalten. Deutsche Unternehmen könnten besseren Zugang zu einem wachsenden Markt erhalten, während Europa seine Abhängigkeit von den Handelsrisiken mit China verringert. Der Ausgang der Verhandlungen wird davon abhängen, wie beide Seiten ihre Forderungen mit dem Bedürfnis nach gegenseitigem Nutzen in Einklang bringen.