Elektrische Anhänger revolutionieren den Schwerlastverkehr – weniger Sprit, mehr Reichweite
Julian LangElektrische Anhänger revolutionieren den Schwerlastverkehr – weniger Sprit, mehr Reichweite
Immer mehr Unternehmen entwickeln elektrische Anhänger, um Kraftstoffkosten und Emissionen im Schwerlastverkehr zu senken. Weltweit arbeiten etwa 15 bis 20 Firmen an entsprechenden Lösungen, wobei erste Prototypen bereits getestet werden. Diese Innovationen versprechen, den Dieselverbrauch von Lkw zu halbieren und gleichzeitig die Reichweite von Elektro-Lkw um Hundert Kilometer zu verlängern.
Die Idee elektrisch unterstützter Anhänger nahm 2018 konkrete Formen an, als der Ingenieur Abdullah Jaber das Konzept vorstellte. Bis 2022 begannen Unternehmen wie ZF Friedrichshafen und TDK MatrixPower mit der Entwicklung eigener Systeme. ZF präsentierte 2023 seinen e-Achsen-Prototypen, der 2025 auf den Markt kommen soll. Parallel dazu startete TDK 2024 mit den Tests seines PowerTrailers, während Hyzon-Mitsubishi FUSO mit dem eTrailer und Einride mit dem Pod-Trailer nachziehen – letztere sollen 2025 in Schweden erprobt werden.
E-Anhänger funktionieren, indem sie den Rollwiderstand verringern und das Zugfahrzeug entlasten, insbesondere bei Steigungen oder schweren Lasten. Dadurch lässt sich der Dieselverbrauch um bis zu 50 Prozent reduzieren. Bei Elektro-Lkw erhöht die Technologie die Reichweite von 350–450 auf 800–900 Kilometer und macht Zwischenladestopps überflüssig.
Das Aachener Unternehmen Trailer Dynamics, geleitet von Geschäftsführer Michael W. Nimtsch, bietet mehrere Modelle an, darunter Kastenanhänger, Planenanhänger und eine geplante Kühlversion. Die Preise liegen zwischen 140.000 und 220.000 Euro, wobei die Batterien den Großteil der Kosten ausmachen. Das zusätzliche Gewicht von Antriebsstrang und Akkus – zwischen 2,2 und 5,5 Tonnen – schmälert zwar die Nutzlast, doch der Kompromiss steigert die Gesamteffizienz.
Das Aufladen gestaltet sich unkompliziert: Über Standard-CCS-Stecker mit Schnellladefunktion bis zu 350 kW. Fahrer profitieren von längeren Einsatzzeiten ohne den Druck häufiger Ladepausen.
Der Vorstoß in Richtung E-Anhänger ist Teil umfassender Bestrebungen, den Schwerlastverkehr umweltfreundlicher und effizienter zu gestalten. Mit zahlreichen Prototypen in der Testphase und der bevorstehenden Markteinführung könnte die Technologie bald zum Standard in der Logistik werden. Nun geht es darum, Kosten, Gewicht und Leistung so auszubalancieren, dass sie den Anforderungen der Branche gerecht werden.






